Weiße Blutkörperchen als Art Selbstmord-
kommando: Abwehrfunktion entschlüsselt
- Krankheitserreger werden in tödliche Falle gelockt
- Die Hülle des Zellkerns zerfällt bei dem Vorgang
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Weiße Blutkörperchen können Krankheitserreger nicht nur auffressen, sondern sie auch als eine Art Selbstmordkommando in eine tödliche Falle locken. Wissenschaftern des Berliner Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie gelang es nun erstmals, diesen lebenswichtigen Abwehrmechanismus zu entschlüsseln, wie die Max-Planck-Gesellschaft in München mitteilte.
Demnach war zwar seit langem bekannt, dass die Blutkörperchen Bakterien mittels zersetzenden Enzymen auffressen können. Ein zweiter Effekt, mit dem Krankheitserreger auch in netzartigen Strukturen aus Zellmaterial der weißen Blutkörperchen gefangen und abgetötet werden, gab den Wissenschaftern aber Rätsel auf. Nun fanden die Berliner Forscher heraus, dass bei der größten Gruppe der weißen Blutkörperchen, den so genannten Neutrophilen Granulozyten, in die Abwehrzellen eingedrungene Bakterien auch ein Selbstzerstörungsprogramm aktivieren können.
Hülle des Zellkerns zerfällt
Dabei zerfällt die Hülle des Zellkerns. Die darin enthaltene Nukleinsäure vermischt sich mit in dem Blutkörperchen vorhandenen antibakteriellen Enzymen. Anschließend wird diese aggressive Mischung aus der Zelle herausgeschleudert und entfaltet sich außerhalb in Netzstrukturen. In diesen so genannten Nets können sich anschließend Bakterien und Pilze verfangen, um dort abzusterben. "In den Nets der toten Granulozyten werden ähnlich viele Bakterien abgetötet, wie von lebenden Blutzellen verdaut werden", erklärt der Wissenschafter Arturo Zychlinsky. "Und so erfüllen die Abwehrzellen auch nach ihrem Tod noch ihre lebenswichtige Funktion."
(apa/red)
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