Freitag, 12. Jänner 2007

Alte Vergiftungstheorie widerlegt: Kaiser Napoleon starb in St. Helena an Magenkrebs

  • Frankreichs Herrscher kehrte nicht aus Exil zurück

Eine internationale Studiengruppe aus der Schweiz, den USA und Kanada hat die letzten Rätsel um den Tod Napoleons entschlüsselt. Das Forscherteam habe herausgefunden, dass der Kaiser am 5. Mai 1821 auf der Insel Sankt Helena an fortgeschrittenem Magenkrebs mit Lymphknotenbefall im so genannten TNM-Stadium gestorben sei, teilte die Universität Basel mit. Auch heute noch sei die Prognose für Magenkrebspatienten in diesem Stadium eher ungünstig.

Die Forschungsergebnisse, die im Magazin "Nature Clinical Practice Gastroenterology and Hepatology" publiziert wurden, klären den Angaben zufolge auch zwei weitere Streitpunkte. So sei Napoleons Magenkrebs nicht etwa wie bisher angenommen familiär bedingt, sondern durch eine chronische bakterielle Infektion ausgelöst worden.

Zudem könne auf Grund von Napoleons Beschwerden sowie der Autopsiebefunde die Vergiftungstheorie definitiv ausgeschlossen werden. Insgesamt kamen die Forscher zum Schluss, dass Napoleon auch bei einer Rückkehr aus seinem Exil vor 1821 angesichts des todbringenden Tumors nicht mehr die Möglichkeit gehabt hätte, erneut entscheidend in den Lauf der Geschichte einzugreifen. (apa/red)

12.1.2007 11:14