Dienstag, 9. Jänner 2007

Kein glaubwürdiges Fortführungskonzept: BenQ-Gläubigertreffen ohne Ergebnis vorbei

  • IG Metall: 'Es gab kein entscheidungsfähiges Angebot'

Die Pläne zweier Investorengruppen zur Übernahme des insolventen Handybauers BenQ Mobile stoßen bei dessen Gläubigern auf Ablehnung. "Aus Sicht des Gläubigerausschusses braucht es ein glaubwürdiges Fortführungskonzept, ein angemessenes Kaufpreisangebot sowie konkrete Nachweise für eine sichergestellte Finanzierung", teilte Insolvenzverwalter Martin Prager mit. Bisher könne dies aber keiner der beiden Interessenten bieten, die sich auch bereits öffentlich zu Wort gemeldet hatten.

Seit der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum Jahreswechsel haben eine deutsch-amerikanische Investorengruppe um den Manager Hansjörg Beha von SF Capital Partners und die US-Biometriefirma Sentex Sensing Technologies ihr Interesse an der ehemaligen Siemens-Handysparte bekundet.

Prager wies allerdings darauf hin, dass es noch weitere Interessenten für eine Übernahme von BenQ Mobile gebe. Diese legten jedoch Wert auf Diskretion, entsprechend vertraulich behandele man die Gespräche.

Die Investorengruppe um Beha sowie Sentex stellten im Gläubigerausschuss ihre Konzepte für BenQ Mobile vor. Das Gremium besteht neben dem Insolvenzverwalter aus Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer, der Kreditversicherung Hermes, dem Pensionssicherungsverein sowie dem bisherigen BenQ-Mobile-Chiplieferanten Infineon und einem weiteren Zulieferer. Der Ausschuss habe nach den Präsentationen deutlich gemacht, dass es zahlreiche offene Fragen und entsprechenden Klärungsbedarf gebe, teilte Prager mit.

Der "Financial Times Deutschland" zufolge soll nur noch mit der Investorengruppe um Manager Beha weiter verhandelt werden. Beha solle den Verhandlungspartnern bis zum 16. Januar Zeit für eine Lösung eingeräumt haben. Über das Konkurrenzangebot von Sentex werde dagegen nicht weiter verhandelt, hieß es in dem Vorabbericht der Zeitung.

Beide Interessenten hatten jeweils Konzepte zur Sicherung der langfristigen Zukunft von BenQ Mobile angekündigt. Allerdings fehlt beiden Investorengruppen derzeit offenbar das nötige Geld. Sowohl die Gruppe um Beha als auch Sentex stehen nach eigenen Angaben noch in Gesprächen mit Finanzierungspartnern. Zudem haben sie Verhandlungskreisen zufolge bei den Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern um Bürgschaften angefragt.

(apa/red)

9.1.2007 20:18