Die Zeichen stehen auf Scheidung: "Traum-
Ehe" von Chelsea & Mourinho vor dem Ende
- Portugiese in der Kritik und auf der Abschussliste
- Abramowitsch-Freund Hiddink Nachfolger in London?
Seit Jose Mourinho im Sommer 2004 zum FC Chelsea kam, galt sein Trainerstuhl beim englischen Meister als der bestbezahlte im Weltfußball - und auch als einer der sichersten. Doch nach fast drei Jahren scheint die "Traumehe" am Ende. Glaubt man der britischen Presse, dann stehen die Zeichen auf Trennung.
"Wer darauf setzt, dass Mourinho nächste Saison noch in Chelsea ist, ist ein mutiger Mann", schrieb die Boulevardzeitung "The Sun". Auch die angesehene "Times" ist überzeugt: "Es ist wahrscheinlicher, dass er zurücktritt oder entlassen wird, als dass er eine vierte Saison an der Stamford Bridge beginnt."
Alle gegen Mourinho
Mourinho ist nach zuletzt drei Ligaspielen ohne Sieg und sechs Punkten Rückstand auf Manchester United ein einsamer Mann. Obwohl schon seit Tagen über einen vorzeitigen Abgang spekuliert wird, kommt kein Treueschwur aus der Chefetage. Andrej Schewtschenko und Arjen Robben sollen sich mehrfach über den Trainer beschwert haben, Leistungsträger wie Didier Drogba und Michael Essien gar eine Revolte gegen Mourinho und vor allem Michael Ballack geplant haben.
"Ich finde es amüsant, dass dies als dunkler Moment meiner Trainerlaufbahn bezeichnet wird, bloß weil ich dreimal unentschieden gespielt habe", sagte Mourinho. Doch es sind nicht nur sportliche Gründe, die den Portugiesen zum "Wackeltrainer" machen. Seine Transferpolitik, sein aggressives Auftreten in der Öffentlichkeit und sein dauerndes Lamentieren über Verletzungen werden hinter verschlossenen Türen gegen den 43-Jährigen angeführt.
Mourinho schaffte es nicht, die teuren Superstars Schewtschenko und Ballack einzubinden. Während der ukrainische Torjäger seit einigen Wochen auf die Ersatzbank verbannt ist, steht Ballack nicht mehr nur bei Fans und Medien, sondern angeblich sogar bei seinen Mitspielern in der Kritik. Dennoch hält Mourinho seine Hand bisher schützend über den deutschen Kapitän, den er wiederholt als "unantastbar" bezeichnete.
Hiddink könnte Zepter übernehmen
Clubbesitzer Roman Abramowitsch scheint die Geduld zu verlieren mit dem Coach, dem er jährlich ein Grundgehalt von rund acht Millionen Euro überweist. Der russische Multimilliardär, der in drei Jahren über 500 Mio. Euro in den FC Chelsea gepumpt hat, fordert den Gewinn der Champions League. Ansonsten könnte Guus Hiddink das Zepter übernehmen. Der Niederländer trainiert derzeit die russische Nationalmannschaft und gilt als Freund Abramowitschs.
Mourinho werden schon neue Kontakte nachgesagt: Inter Mailand und Juventus Turin sollen ebenso Interesse an einer Liaison mit dem Portugiesen haben, wie Real Madrid. "Wenn Mourinho Chelsea im Sommer verlässt, wird Madrid mit ihm reden wollen", zitierte der "Daily Mirror" einen "Insider" von Real. Dort ist Trainer Fabio Capello in die Schusslinie geraten. Die Klubführung bestellte den Italiener kürzlich zur Krisensitzung, nachdem die "Königlichen" zuletzt zwei Liga-Partien verloren hatten.
(apa/red)
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