"Werden im Frühling andere Rapid sehen": Sportdirektor Hörtnagl auf Stürmersuche
- Keine Hektik: "Nichts voreilig über den Zaun brechen"
- 16-jähriges Talent Christopher Drazan verpflichtet
·Branko Boskovic wird Rapid verstärken
Serbe unterschrieb Leih-Vertrag bis Saisonende
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Über die Begeisterung in Wien rund um das Fußball-Stadthallenturnier können so manche West-Österreicher nur den Kopf schütteln. Rapids Tiroler Sportdirektor Alfred Hörtnagl hingegen hat mit dem Bandenzauber am Vogelweidplatz als Spieler der Grün-Weißen schon angenehme Bekanntschaft gemacht. "Gegen die Austria habe ich einmal im Hallen-Derby zwei Tore geschossen", erinnerte sich der 40-Jährige.
In seiner nunmehrigen Funktion lag Hörtnagls Hauptaugenmerk freilich abseits des Parketts. Die vier Turniertage bedeuteten für den Sportdirektor ein teilweise stressiges Sortieren des Spielermarktes nach Verstärkungen. Herausgekommen ist dabei bisher die Vertragsverlängerung von Jung-Nationalspieler Veli Kavlak bis 2011 und die Verpflichtung des 16-jährigen Christopher Drazan, Sohn von Ex-Austrianer Fritz Drazan.
"Er ist einer der besten Spieler Österreichs in seinem Alter", lobte der frühere ÖFB-Teamspieler den Linksfuß, der zwar mit den Profis trainiert, zunächst aber bei den Amateuren Spielpraxis sammeln soll.
Der angekündigte neue Stürmer lässt allerdings weiter auf sich warten. "Wir werden sicher nichts voreilig über den Zaun brechen. Es geht dabei sowohl um die Qualität des Spielers als auch um die Frage, ob er kurz- oder langfristig gebunden wird." Nur kurzfristig anberaumt ist vorläufig das Engagement des serbischen Mittelfeldspielers Branko Boskovic, der einen Leihvertrag bis Saisonende erhielt.
Hörtnagl, der sein Amt offiziell am 2. Jänner antrat, hatte mit dessen Verpflichtung allerdings nichts zu tun. "Das war ein Wunschspieler von Peter Pacult, der ihn auch als Probespieler im Rapid-Training beobachtet hat. Ich wurde vor vollendete Tatsachen gestellt."
Das Verhältnis zum Trainer beschrieb Hörtnagl folgendermaßen: "Wir haben beide gemeinsam sehr erfolgreich in einer Mannschaft gespielt, sind beide Profis und werden versuchen, den Verein in die richtige Richtung zu lenken." Wer in Transferfragen das letzte Wort hat, ließ der Tiroler offen. "Es ist wichtig, dass Entscheidungen immer im Einklang getroffen werden."
Ebenso vage gab sich Hörtnagl, was konkrete Ziele für das kommende Frühjahr betrifft. "Die Mannschaft muss sich festigen und ein ganzheitlich starkes Bild abgeben. Ich gehe davon aus, dass wir im Frühjahr eine andere Rapid sehen werden", sagte Hörtnagl, der die Hütteldorfer trotz der wohl auf Jahre einzementierten Budget-Hoheit von Salzburg "mittelfristig zurück an die Spitze" führen will.
Anleihen auf dem Weg dorthin will sich der Sportdirektor beim aktuellen deutschen Tabellenführer Werder Bremen holen, immerhin bieten die Norddeutschen einem finanziell übermächtigen Gegner (Bayern München) schon seit längerem erfolgreich die Stirn. "Was die aufstellen, ist toll", meinte Hörtnagl.
Der frühere Wacker-Tirol-Sportdirektor ist optimistisch, dass Ähnliches auch in Wien-Hütteldorf gelingen kann. Garant dafür soll auch die Begeisterungsfähigkeit des grün-weißen Anhangs sein. "Ich habe von Anfang an mitbekommen, dass die Rapid-Familie eine sehr emotionale Angelegenheit ist. Meine ersten Eindrücke waren absolut positiv", erzählte Hörtnagl von den bisherigen Erfahrungen in seinem neuen Amt.
(apa/red)
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