"Man muss cool bleiben": Adelboden-Sieger Raich vor Ski-WM wieder in Bestform
- Rückstand auf Svindal nach Adelboden-Sieg halbiert
- Mario Matt löste Knoten und wohl auch WM-Ticket
·Sensations-Sieger: Berthod holt Slalom
Raich in Adelboden 2., Matt auf drittem Platz
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Traditionell mit dem Beginn des neuen Jahres hat Benjamin Raich seine Hochform wieder gefunden. Der Pitztaler sammelte in Adelboden mit Platz eins im Riesentorlauf und Rang zwei im Slalom 180 Punkte und verkürzte damit im Berner Oberland den Rückstand auf Gesamt-Weltcup-Leader Aksel-Lund Svindal (NOR) von 301 auf 181 Punkte.
Seinem Tiroler Landsmann Mario Matt gelang mit Rang drei im sensationell vom Schweizer Lokalmatador Marc Berthod mit Startnummer 60 gewonnenen Slalom der lang ersehnte Befreiungsschlag, der Weltmeister 2001 löste damit nicht nur seinen inneren Knoten, sondern wohl auch das Ticket für die WM in Aare.
Das Hin- und Herschieben der Favoritenrolle im Kampf um die "Große Kugel" zwischen Svindal und Raich hat auf jeden Fall in Adelboden so richtig begonnen. "Wenn Benni weiter so fährt wie hier in Adelboden, dann ist er mein Top-Favorit", erklärte Svindal, der am Sonntag im 18. Saisonrennen erstmals ausschied.
Diese Aussage kostete Raich nur ein Schmunzeln: "Svindal bleibt Favorit. Aber ich werde versuchen, ihn zu erwischen." Zwischen Svindal und dem auf Rang fünf liegenden Raich befinden sich derzeit in der Gesamtwertung mit Didier Cuche (SUI), Bode Miller (USA) und Peter Fill (ITA) drei weitere Anwärter.
Sein merkbarer Form-Anstieg mit Jahresbeginn gibt auch Raich selbst Rätsel auf. "Ich weiß es nicht. Vielleicht spielt das gute Training über Weihnachten und Neujahr zu Hause im Pitztal eine Rolle. Da geht immer was weiter. Aber der Hauptgrund ist das sicher nicht."
Dass er wieder zum Siegläufer wird, daran hat Raich nie gezweifelt. "Klar, ich war davor nicht ganz so stark wie jetzt. Aber dann muss man sich eben auch einmal mit einem fünften Platz anfreunden können. Wenn ich einen fünften Platz im Weltcup als Niederlage betrachten würde, wäre ich kein guter Sportler. Man muss cool bleiben, das ist das Wichtigste."
Zum Rücktritt des großen norwegischen Super-Allrounders Kjetil-Andre Aamodt meinte Raich: "Man muss sich nur seine Erfolge anschauen, er ist einer der Größten aller Zeiten. Zudem war er immer ein Supertyp. Aber er hat sehr viele Rennen bestritten und sich jetzt seine Ruhe verdient."
Matt löste Knoten und wohl auch WM-Ticket
Mario Matt war nur als Außenseiter ins Rennen gegangen. Auch für die Buchmacher, denn die Quoten für seinen Sieg (60:1) oder einen Stockerlplatz (16:1) des Flirschers waren nach bisher schwacher Saison - Rang 12 im Levi-Slalom war bis Sonntag das Top-Ergebnis gewesen - in die Höhe geschnellt. Doch ÖSV-Coach Rainer Gstrein hatte auf Grund der Trainingseindrücke bereits vor Adelboden angekündigt, dass Matt "heiß" sei und sich eindeutig auf dem Weg zurück an die Spitze befinde.
Am Ende durfte Matt dann wirklich erleichtert übers erste Stockerlergebnis seit seinem Lenzerheide-Sieg im März 2005 jubeln. "Ein Riesenerfolg. Endlich ist es mir gelungen, die Trainingsleistung im Rennen umzusetzen." Dass es so lange dauerte, hatte laut Matt vor allem mit Problemen bei der Materialabstimmung zu tun. "Ich hatte in der vergangenen Saison viele Materialprobleme." Der Fischer-Pilot probierte vor allem punkto Schuh vieles aus und scheint nun das Rätsel gelöst zu haben.
An seinem "Transfer" zur Allrounder-Trainingsgruppe WC4 habe es auf jeden Fall nicht gelegen. "Das war sicher kein Grund, denn nach drei, vier Tagen Speed-Training ist es dann im Slalom immer auf Anhieb gut gelaufen." Das Adelboden-Ergebnis war für Matt aller Voraussicht nach auch das WM-Ticket. "Daran habe ich überhaupt nicht gedacht, ich habe mich nur auf mich konzentriert," Nun will der 27-Jährige in Wengen seine steil nach oben zeigende Formkurve bestätigen. Bis zur WM stehen mit Wengen, Kitzbühel und Schladming noch drei Slalom-Klassiker auf dem Programm.
(apa/red)
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