Spannungen verstärkt: US-Soldaten stürmen Gebäude und nehmen 6 Iraner fest!
- Pentagon-Mitarbeiter dementiert Angriff auf Konsulat
- Rice warnt Iran vor einer Einmischung im Irak
Die Festnahme von sechs Iranern nach der Erstürmung eines Gebäudes in der nordirakischen Stadt Erbil durch Soldaten der US-Armee hat die Spannungen zwischen Washington und Teheran verschärft. Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte unter Berufung auf Angaben aus dem Außenministerium in Teheran berichtet, Soldaten der US-Armee hätten in Erbil das Konsulat des Irans gestürmt und fünf Mitarbeiter festgenommen. Pentagon-Sprecher Bryan Whitman dementierte jedoch, dass das erstürmte Gebäude ein Konsulat sei. Aus iranischen Diplomatenkreisen wurde die Aktion der US-Soldaten verurteilt. Sie verstoße gegen alle internationalen Regeln. US-Außenministerin Condoleezza Rice warnte den Iran vor einer Einmischung im Irak.
Die US-Soldaten hätten die Türen des Konsulats aufgebrochen, fünf Mitarbeiter festgenommen und deren persönliche Gegenstände und Dokumente beschlagnahmt, berichtete Fars. Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Festnahme von sechs Iranern. Pentagon-Sprecher Bryan Whitman erklärte, dass in der Nacht zum Donnerstag eine Razzia in einem Gebäude in Erbil stattgefunden habe. Es habe sich dabei jedoch nicht um ein Konsulat gehandelt. Die Festgenommenen stünden unter Verdacht, in Aktivitäten verwickelt zu sein, die sich gegen den Irak und die Koalitionstruppen richteten. Der Iran kenne den Grund für die Aktion nicht, sagte ein iranischer Diplomat in Bagdad der AFP.
Wenige Stunden nach der Erstürmung des Gebäudes in Erbil sagte US-Außenministerin Rice dem US-Sender Fox News, die USA würden "nicht tatenlos zusehen", wenn Teheran gegen US-Interessen im Nachbarland agiere. Die USA würden diejenigen Iraner "verfolgen", die versuchten, die US-Bemühungen zu einer Stabilisierung des Landes zu untergraben. Rice wollte den Vorfall in Erbil in dem Interview nicht kommentieren. Die Staaten, "die eine regionale Aggression des Iran fürchten", sollten in ihrer Position geeint werden, sagte Rice dem Fernsehsender CBS. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Iran - der Iran und Syrien, aber vor allem der Iran - in Aktivitäten verstrickt sind, die unsere Streitkräfte in Gefahr bringen", sagte Rice weiter.
Die US-Demokraten warnten US-Präsident George W. Bush eindringlich davor, den Irak als Ausgangsbasis für einen Militäreinsatz gegen den benachbarten Iran zu nutzen. Ein solches Vorgehen würde eine "verfassungsrechtliche Konfrontation hier im Senat auslösen", sagte der Vorsitzende des Senats-Außenausschusses, der Demokrat Joseph Biden. Die Ermächtigung, die der Kongress dem Präsidenten für den Krieg im Irak gegeben hat, gelte keinesfalls für ein Vorgehen gegen den Iran.
Erbil liegt im kurdischen Teil des Irak. Die USA warfen Teheran wiederholt vor, schiitische Milizen im Nachbarland zu unterstützen und auf diese Weise die Glaubenskämpfe zwischen Schiiten und Sunniten zu schüren. Erst im Dezember hatte die US-Armee in Bagdad zwei iranische Diplomaten unter dem Vorwurf des Waffenschmuggels vorübergehend festgenommen.
(apa/red)
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