Nach Wunsch Malikis: Bush will US-Truppen im Irak um 20.000 Soldaten aufstocken
- Irakische Regierung begrüßt Ankündigung der USA
- Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten spitzt sich zu
Knapp vier Jahre nach ihrem Einmarsch in den Irak wollen die USA ihre Truppen noch einmal aufstocken. Die Entsendung von weiteren 20.000 Soldaten sei offenbar beschlossene Sache, sagte ein US-Senator nach einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush, der seine neue Irak-Strategie in der Nacht zum Donnerstag europäischer Zeit bekannt geben will.
Laut den Angaben des Senators entspricht Bush mit dem Schritt einem Wunsch der irakischen Regierung. Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe im Gegenzug dafür größere Anstrengungen zur Beendigung der Gewalt zugesagt, sagte Senator Gordon Smith, der zwar Bushs Republikanischer Partei angehört, inzwischen aber zu den Kritikern des Irak-Einsatzes gehört. Bush hatte Smith und weitere republikanische Senatoren im Vorfeld seiner Irak-Rede über seine Pläne informiert.
Maliki hat demnach versprochen, weitere irakische Divisionen aufzustellen, um die Milizen ohne Rücksicht auf ihre religiöse Zugehörigkeit zu bekämpfen und den radikal-schiitischen Miliz-Chef Moktada al-Sadr nicht länger zu schützen. Das US-Verteidigungsministerium hat Sadrs Todesschwadronen vor kurzem als Hauptquelle der anhaltenden Gewalt bezeichnet. Der Geistliche ist bisher aber eine wichtige Stütze für den Schiiten Maliki, der seit seinem Amtsantritt im April keines der von den USA gesteckten Ziele erreicht hat.
Die Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten hat sich seither weiter zugespitzt. Zudem kommt weder der Aufbau der Armee noch der Wirtschaft voran. Bush hat diese Schritte wiederholt als Voraussetzung für einen Abzug der derzeit rund 140.000 US-Soldaten genannt, wie ihn seine Kritiker fordern. "Bush hat lange darüber geredet, wie beeindruckt er davon war, dass Ministerpräsident Maliki mit einem Plan zu ihm gekommen sei, um den politischen Prozess wieder in Gang zu setzen", sagte Smith. Bush sei überzeugt, dass die Iraker ihre Zusagen auch umsetzen würden, "weil es ihr eigener Vorschlag ist".
Die irakische Regierung begrüßte die Ankündigungen. Sie unterstütze die Tendenz, die US-Truppen zu verstärken, sagte Al-Dabbagh.
Bei einem Einsatz gegen sunnitische Milizen gerieten irakische und US-Truppen am Dienstag im Zentrum von Bagdad unter heftigen Beschuss, aus dem sich stundenlange Gefechte entwickelten. US-Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber waren in ungewöhnlicher Stärke an dem Einsatz beteiligt. (apa/red)
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