"Koralmtunnel ist vertraglich vereinbart": Faymann plant den großen Verkehrs-Coup!
- Neo-Minister hält nichts vom Semmeringbasistunnel
- Plant Einsparungen bei Straßen- und Bahnbau
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Der neue SPÖ-Verkehrsminister Werner Faymann will die Großbauprojekte für Bahn und Straße in den nächsten Wochen nach ihrer Wichtigkeit neu reihen. Dies kündigte Faymann in einem Interview mit dem "Ö1-Morgenjournal" an. Am umstrittenen Koralmtunnel zwischen Graz und Klagenfurt hielt der neue Minister fest. Den Semmeringbasistunnel hält er dagegen nicht für dringlich.
"Der Koralmtunnel ist vertraglich vereinbart, daher kommt er", betonte Faymann. Beim Semmering dagegen bestehe aus seiner Sicht derzeit "keine Dringlichkeit". Als Gegner gilt hier vor allem Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll. "Ich werde mit ihm ein Gespräch führen und werde einmal genau versuchen, die Positionen, die es gibt, in Ruhe anzusehen", so Faymann.
Schon an seinem zweiten Amtstag war der neue Verkehrsminister auf Lokalaugenschein in einer ÖBB-Werkstätte in Wien gewesen. Gemeinsam mit den Ländern will er jetzt Zeitpläne für Großprojekte erstellen. Als seine vorrangige Aufgabe bezeichnete er im Radiointerview aber die im angepeilten Regierungsprogramm verankerten Einsparungen von mehr als zehn Prozent im Infrastrukturbau. "Wenn fünf Minister seit dem Jahr 2000 zuständig waren für diesen Bereich, ist so oft das Steuer hin und her gerissen worden, dass in der Planung viel Geld verloren gegangen ist", so Faymann.
Wie im großen Infrastrukturministerium die Aufgaben zwischen ihm und der Staatssekretärin Christa Kranzl, ebenfalls SPÖ, verteilt sind, ist noch nicht entschieden. Kranzl soll sich erst umsehen und dann, so Faymann, einen Bereich aussuchen.
Vor seinem Ministerposten war Werner Faymann Wohnbaustadtrat in Wien, seit 1994. Schon seit längerem wird er als möglicher Nachfolger für den Wiener Bürgermeister Michael Häupl gehandelt. Das sei kein Thema für ihn, sagt Faymann, Häupl solle bei der nächsten Wahl wieder als Spitzenkandidat antreten. Nachzufolgen gebe es da nichts, sagt Faymann, und das sei gut so. Ob er selbst mit dem jetzigen Ministeramt sein berufliches Lebensziel erreicht hat, ließ er offen.
(apa/red)
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