Wählen mit 16 kommt: Politikinteresse der potenziellen Neuwählern aber sehr gering
- Umfrage zeigt: Nur 20 Prozent verfolgen Innenpolitik
- Wichtig für Jugend: Berufe mit Zukunftschancen
·BZÖ: Volljährigkeit auf 16 Jahre senken!
Als logische Konsequenz aus neuem Wahlalter
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In Gesellschaft mit Kuba, Brasilien und Nicaragua
80 Prozent der 16- bis 24-Jährigen sind wenig oder gar nicht an aktuellen innenpolitischen Vorgängen interessiert. Das geht aus einer Studie des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS hervor, die anlässlich der von der neuen Regierung geplanten Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre erstellt wurde. Wichtig für die potenziellen Neuwähler sind Berufe, die in Zukunft Chancen haben werden.
IMAS zog als Grundlage für die Studie Umfragen mit jeweils mindestens 1.000 Personen repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren heran. Während sich rund 40 Prozent der Gesamtbevölkerung zumindest gedanklich "ziemlich stark" mit dem innenpolitischen Geschehen beschäftigen, tun dies von den unter 24-Jährigen lediglich 20 Prozent. Bei den 16- bis 19-Jährigen beläuft sich der Anteil der politisch Interessierten sogar nur auf 17 Prozent. Nur jeder Neunte aus dieser Altersgruppe ist der Ansicht, dass es "eigentlich nicht schwer" sei, sich für diejenige Partei zu entscheiden, die den eigenen Vorstellungen entspricht.
Nur 19 Prozent der Jugendlichen sind mit den bestehenden Parteien sehr zufrieden. 50 Prozent der Befragten sind mäßig zufrieden, 31 Prozent sehr unzufrieden. Jeder zweite befragte Teenager erklärte: "Im Grunde kann man mit keiner Partei wirklich ganz einverstanden sein."
Während Fragen, ob sich im Alter jemand um einen kümmert, für die 16- bis 24-Jährigen kaum relevant sind, interessieren sich 60 Prozent dafür, wie man beruflich vorankommt. 72 Prozent der 16- bis 19-Jährigen beschäftigen sich mit dem Thema zukunftsträchtige Berufe. Die klassischen Parteien mit ihrem konventionellen Programmangebot dürften angesichts der Parteiverdrossenheit verstärkt durch ein altersbedingtes Protestbedürfnis keine guten Karten haben, so die Meinungsforscher.
Eine bereits im Vorfeld der letzten Nationalratswahl von IMAS durchgeführte Umfrage hatte gezeigt, dass es in der Gruppe der unter 24-Jährigen nur jeden Fünften kümmerte, wie eine neue Regierung nach dem 1. Oktober 2006 aussehen könnte. An der Gesamtbevölkerung gemessen machte sich immerhin jeder Dritte intensive Gedanken darüber. (apa)
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