"Bin emotional angegriffen": Ex-Zivildiener Darabos übernimmt Verteidigungsressort
- Folgt "Freund" & Neo-Innenminister Günther Platter
- Bekenntnisse zu Landesverteidigung & Neutralität
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Mit sentimentalem Einschlag ist die Amtsübergabe im Verteidigungsministerium über die Bühne gelaufen. Günther Platter betonte bei seiner Abschiedsrede, zwischen ihm und seinem Nachfolger Norbert Darabos herrsche mittlerweile eine "freundschaftliche Atmosphäre". Der neue Verteidigungsminister legte in seiner Rede ein volles Bekenntnis zur österreichischen Landesverteidigung und zur Neutralität ab.
"Ich muss sagen - außer Protokoll -, dass ich emotional sehr angegriffen bin", meinte ein sichtlich aufgeregter Darabos. "Ich trete mit großer Freude und Elan aber auch mit Demut dieses Amt an." Zum Thema Eurofighter verlor der neue Verteidigungsminister keine Worte. Lediglich: "Das österreichische Bundesheer ist ein Garant für eine unerlässliche Landesverteidigung, zu der ich mich in vollem Ausmaß bekenne."
Noch eine Garantierklärung folgte: Darabos versprach ein Programm, "in dem die immer währende Neutralität eine zentrale Rolle einnimmt, die mir ein persönliches Anliegen ist". Darabos erinnerte an den Fall des Eisernen Vorhanges, der "ein solides Fundament für die friedliche Entwicklung Europas" sei. Durch den Assistenzeinsatz im Osten Österreichs und Katastropheneinsätze habe das Bundesheer sein Image in der Bevölkerung verbessern können. Die Rede des ehemaligen Zivildieners Darabos endete hoffnungsvoll: "Ich bin davon überzeugt, dass Sie loyal zu mir stehen werden."
Zuvor hatte Platter über seine Amtszeit resümiert und vor allem die Bundesheerreform gelobt. Auch das "schwierige Thema" Luftraumüberwachung sprach er kurz an, ohne direkt auf den Eurofighter-Kauf einzugehen: "Es ist eine Verantwortung, die man hat, dass auch Sicherheit in der Luft gewährleistet ist." Seinen Nachfolger Darabos hat Platter in den vergangenen Monaten "kennen und schätzen gelernt", er attestierte ihm "Gespür und ein schnelles Auffassungsvermögen". Zum Abgang des geschiedenen Ministers ertönte noch ein letztes Mal der "Platter-Marsch".
Roland Ertl, Generalstabschef des österreichischen Bundesheeres, lobte Platter für seinen "typisch gefühlvollen Zugang zu uns". Und an seinen Nachfolger: "Herr Bundesminister, das österreichische Bundesheer steht Ihnen zur Verfügung." Darabos ging abschließend gemeinsam mit Platter die Reihen ab. Salut gab es von beiden nicht, wie es für einen Verteidigungsminister üblich ist. Der erste Befehl von Darabos in seiner ersten Amtszeit lautete übrigens: "Abtreten!"
(apa/red)
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