Dienstag, 9. Jänner 2007

"Damit hatte ich nix zu tun": Eurofighter-Ausschuss nach neun langen Stunden beendet

  • Life Cycle Costs hätten keine wichtige Rolle gespielt

Die Eurofighter-U-Ausschuss-Sitzung ist nach neun Stunden beendet worden. Die Befragung des zweiten Zeugen - Mitglied der Bewertungskommission Manfred Blind - hatte drei Stunden in Anspruch genommen. Im zweiten Teil seiner Einvernahme begründete er nochmals die Vorreihung der Eurofighter und gab an, dass das Thema Life-Cycle Costs in seiner Bewertung keine Rolle gespielt hätte.

Die Empfehlung für den Eurofighter wäre aus dem Pflichtenheft ableitbar gewesen, meinte Blind. Die 9-Jährige Bezahlungsvariante sei bei der so genannten Konkretisierung als verpflichtend angegeben worden - das habe nur der Eurofighter erfüllt. Kenntnis darüber, dass dies die einzige Variante für das Finanzministerium sei, habe er erst am 24.6.2002 erlangt.

Die Life-Cycle Costs wären für die Bewertung kein Kriterium gewesen. "Damit hatte ich nix zu tun", so das Kommissionsmitglied. Dass die Betriebskosten zu einem Meinungsumschwung für die Gripen beim Kommissionsmitglied Karl Hofer geführt hätten, wie dies laut FPÖ-Abgeordneten Ewald Stadler aus einem Sitzungsprotokoll hervorgeht, konnte Blind nicht näher erklären. Er habe keine Erinnerung daran, meinte Blind. "Ich weiß nicht, warum Hofer das entschieden hat, das war nicht meine Angelegenheit", betonte er, verwies aber gleichzeitig darauf, dass auch der nicht stimmberechtigte Kommissionsleiter, Wolfgang Katter, aus dem gleichen Grund für die schwedischen Flieger plädiert hätte.
(apa/red)

9.1.2007 19:50