Interne Kritik nach Vereinbarung mit ÖVP: Kritik macht Klubobmann Cap "total traurig"
- Androsch: Kreisky dreht sich jetzt im Grab um
- Hundstorfer wünschte sich andere Ressortaufteilung
·FIX: SP und VP sind über Koalition einig!
Eurofighter ausgespart, Studiengebühren bleiben
·ALLE REAKTIONEN auf
die Regierungsbildung
Opposition kritisiert
"Kapitulation" der SPÖ
·UMFRAGE: Wie lange hält die Regierung?
Übersteht Rot-Schwarz ganze Legislaturperiode?
·Sagen Sie uns Ihre Meinung zur Regierung
Mitreden: Was halten Sie von Gusenbauer & Co?
·"Heruntergelassene Hosen" und mehr
PRESSESTIMMEN zur Koalitions-Entwicklung
·Rätselraten um Minster hat begonnen
Darabos Verteidigungs-, Platter Innenminister
·Einige "Erbpachten" wechseln den Besitzer
Finanzminister & Kanzler nicht in gleicher Partei
·Studien-Gebühren bleiben doch erhalten!
Abgeltung mit Sozial- dienst: Studenten sauer
·Gusenbauer erfüllt sich Sandkisten-Traum
KLICKEN: Österreichs neuer Kanzler im Porträt
"Betroffen" reagierte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap auf die auch parteiinterne Kritik am Koalitionsabkommen mit der ÖVP. "Das macht mich total traurig", sagte Cap in der "ZiB2". Zum Vorwurf, dass sich Studenten nun nur mit 60 Stunden gemeinnütziger Tätigkeit die Studiengebühren ersparen können, meinte Cap, sie könnten das mit 2,5 Stunden Nachhilfe pro Woche finanzieren.
Zum Vorwurf, dass die SPÖ auch bei der Ressortaufteilung benachteiligt sei, gestand Cap zu, die Optik sei so, dass die SPÖ den Bundeskanzler stelle, aber das eine oder andere traditionelle SPÖ-Ministerium nun von der ÖVP geführt werde. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass die SPÖ-Ressorts "unheimlich wichtig" seien, etwa das Verteidigungsministerium zur Verhinderung der Eurofighter. Cap bestätigte in diesem Zusammenhang, dass er ursprünglich für eine Minderheitsregierung gewesen sei, diese hätten aber die Grünen nicht unterstützt. Im Übrigen gebe es in allen Ressorts "deutliche rote Spuren" und er sei "traurig", dass man jetzt nur über die Ressorts diskutiere und nicht über die "tollen" Inhalte, die sowohl von SPÖ als auch von ÖVP gekommen seien.
Zur Kritik des früheren Finanzministers Hannes Androsch meinte Cap, er beneide Androsch, weil dieser nie Koalitionsverhandlungen führen habe müssen. Und wenn die ÖVP doch Karl-Heinz Grasser als Finanzminister nominieren sollte, dann wäre das nach Ansicht Caps eher ein Problem der ÖVP, wenn sie niemand anderen finde.
Androsch: Kreisky dreht sich im Grab um
Androsch bekräftigte in der "ZiB2" seine Kritik, für ihn sei das Wahlergebnis ins Gegenteil verkehrt worden. Die ÖVP habe alle Schlüsselressorts behalten die SPÖ übernehme im wesentlichen die bisherigen blau-orangen Ministerien. Androsch äußerte die Befürchtung, dass sich Bruno Kreisky im Grab umdreht. Er wünschte sich Nachverhandlungen und appellierte an den Parteivorstand zu bedenken, dass man nicht die Seele der Partei verkaufen dürfe. Eine Empfehlung wollte er nicht aussprechen, die Mitglieder müssten ihre Verantwortung nach bestem Wissen und Gewissen wahrnehmen, er selbst würde wahrscheinlich nicht zustimmen, wenn er im Vorstand wäre, sagte Androsch.
Hundstorfer hätte sich andere Aufteilung gewünscht
Kritik kam auch von ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer. Er hätte sich "bei der Ressortverteilung eine andere Gestaltung gewünscht". Gleichzeitig betonte er aber, dass man das Gesamtpaket beurteilen müsse.
Der Wiener Caritas-Präsident Michael Landau bezeichnete den Vorschlag zu den Studiengebühren als "recht unausgegoren". Er verwies darauf, dass etwa die Begleitung von Sterbenden in der Hospiz kein Studentenjob sei.
(apa)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Wahl in Ägypten13:31
Heftige ProtesteDemonstranten am Tahir-Platz. Feuerangriff auf Wahlkampfzentrale von Shafik.
Platter trifft David Alaba15:21
Platter blamiert sichLandeshauptmann mit Aha-Erlebnis bei David Alaba: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden"
