"Das bestmögliche Produkt für Zuseher": Karl Amon ist neuer ORF-TV-Chefredakteur
- Plant eine komplett-Renovierung von "Offen gesagt"
- Ex-Radio-Chef wird intern "Unterhauser" genannt
·Elmar Oberhauser: Der 'Bär' ist jetzt los!
Vorarlberger wird neuer Informationsdirektor
Karl Amon wird neuer ORF-Fernseh-Chefredakteur. "Das bestmögliche Produkt für die Zuseher" will er den Zusehern liefern - "dem werde ich alles unterordnen", kündigte er an. Die neuen Strukturen in der Fernsehinformation seien dafür "absolut ideal - wir werden klare Sendungsverantwortungen für die großen Sendungen haben", sagte Amon weiter.
Die Leitung der "Zeit im Bild 1" soll auf Wunsch Amons Ö3-Infochef Stefan Ströbitzer übernehmen. Die Redakteursversammlung bestätigte Amon mit 64 Ja-Stimmen bei sechs Enthaltungen und drei Stimmen für den ehemaligen Salzburger Landesdirektor Hubert Nowak.
Amon, der bisher Radio-Chefredakteur war, zeichnet künftig für die "Zeit im Bild"-Sendungen, die neuen Informationsformate auf ORF 1 sowie die Diskussionssendung "Offen gesagt" und die "Pressestunde" verantwortlich. Ab April ist neben der "Zeit im Bild 1" und der "Zeit im Bild 2" ein "ergänzendes News-Format" auf ORF 1, die 30-minütige Sendung "Österreich heute" um 17.05 Uhr auf ORF 2 und der Wechsel der "ZiB 3" von ORF 2 auf ORF 1 geplant.
Ob die Durchschaltung der "ZiB 1" fällt, sei eine "hauspolitische Entscheidung - das ist nicht mein Revier". Amons Meinung zur "ZiB"- Durchschaltung deckt sich aber mit jener von Informationsdirektor Elmar Oberhauser. "Man sollte die Durchschaltung beenden und jenen Teil der fahnenflüchtigen Zuseher, die an die deutschen Privatsender verloren gehen, zurückholen. Das sind immerhin etwa eine Million Seher."
Änderungen sind aber auch bei den Diskussionsformaten vorgesehen. "Offen gesagt" soll "komplett renoviert" werden und künftig - ohne Publikum - aus einem Stadtstudio gesendet werden. Ähnliches gilt auch für die "Pressestunde".
"Zentralistischer Teammensch"
Ein "zentralistischer Teammensch", der "nicht stur" ist und sich auch gerne "gescheiter machen lässt" - so umschreibt der neue ORF-Fernseh-Chefredakteur Karl Amon seinen Arbeitsstil. Der bisherige Radio-Chefredakteur übersiedelt von der Argentinierstraße auf den Küniglberg und zeichnet dort künftig für die "Zeit im Bild", die Nachrichten-Formate auf ORF 1, "Offen gesagt" und die "Pressestunde" verantwortlich. Amon, der in dieser Funktion auf den umstrittenen Werner Mück folgt, gilt als Wunschkandidat von Informationsdirektor Elmar Oberhauser.
Im ORF begann der 56-Jährige seine Karriere 1981 als Wirtschaftsredakteur. Mit Oberhauser, mit dem Amon "sehr befreundet" ist, arbeitete er erstmals Anfang der Neunziger Jahre bei der "Zeit im Bild 2" eng zusammen. Mit dem ORF-internen Spitznamen "Unterhauser" hat Amon dennoch wenig Freude. "Es gibt liebevollere Bezeichnungen." Gemeinsam wollen Oberhauser und Amon nun jedenfalls die Fernsehinformation umkrempeln.
(APA/red)
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