Rumänien stellt die Kulturhauptstadt 2007:
Eine Reise zu den Erben von Graf Dracula
- Heuer strahlt und glänzt Sibiu alias Hermannstadt
- NEWS: Die Stadt hat sich besonders herausgeputzt

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DIASHOW: Das sind die Kulturhauptstädte 2007
Schmutzig war es früher. Oft reichte schon ein kurzer Regenschauer, um aus Straßen eine Schlammwüste zu machen. Das erzählen die Bewohner von Sibiu, während sie stolz über den neu gepflasterten Hauptplatz spazieren. Sibiu, besser bekannt als Hermannstadt, mitten in Transsilvanien gelegen, hat sich herausgeputzt. Denn zu Silvester feierte die 180.000-Einwohner-Stadt nicht nur den Beitritt Rumäniens zur EU, sondern auch ihre Erhebung zur europäischen Kulturhauptstadt 2007.
Strahlen und glänzen. 220 Projekte mit insgesamt rund 1.000 Veranstaltungen sollen Touristen zeigen, dass vom Ostblock-Mief vergangener Jahrzehnte wenig übrig geblieben ist. Tatsächlich hat sich die Stadt ein farbenfrohes Kleid übergestülpt, Plätze gepflastert, Fassaden renoviert sowie Restaurants und Hotels auf Vordermann gebracht. Seither strahlt es an allen Ecken, sodass selbst in Bukarest bereits neidische Stimmen laut werden. Doch auch dort hat der Aufschwung längst Einzug gehalten. Davon zeugen nicht zuletzt die Glaspaläste, die ein Stadtviertel nach dem anderen erobern.
Endlich ans Licht
Die Aussicht auf den EU-Beitritt holte Rumänien aus einem tiefen Tal der Trostlosigkeit, in dem das Land auch nach der Wende von 1989 gefangen war. "Die Beitrittsperspektive", ist Wenceslas Lobkowicz überzeugt, "war das beste Mittel, um lang anstehende Reformen endlich durchzusetzen." Der Tscheche führte für die EU-Kommission die Verhandlungen mit dem Balkan-Staat. Nun stellen sich die Lorbeeren nach den Mühen ein, denn die Wirtschaft wächst wie nie zuvor.
Reformkontrollen
Doch dies ist längst kein Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen. So genannte Sicherheitsklauseln sollen garantieren, dass der Reformwille mit dem Beitritt nicht verpufft. "Wir haben", erklärt Lobkowicz, "einen Überwachungsmechanismus geschaffen, um die Fortschritte in den Bereichen Justizreform und Korruptionsbekämpfung überprüfen zu können."
Viel Hoffnung
Sorgen bereiten ihm hingegen die allzu hohen Erwartungen der Rumänen: "Die EU wird von vielen als Eldorado gesehen." Was nicht verwundert angesichts all der Hinweistafeln, auf denen verkündet wird, welch sinnvolle Projekte Brüssel mit Milliarden fördert. Hier eine Straße, dort eine Kläranlage und andernorts die komplette Kanalisation. "Es ist zu hoffen", so Lobkowicz, "dass die hohen Erwartungen nicht mit einer jähen Enttäuschung enden."
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