Übergewicht als Migräne-Risikofaktor: Häufigkeit & Intensität der Attacken nimmt zu
- Über Gründe & Zusammenhänge herrscht noch Rätsel
Übergewicht ist jetzt auch als Risikofaktor für chronische Migräne enttarnt: "Es besteht ein fast linearer Zusammenhang zwischen Körpergewicht und chronischer Migräne", berichtet die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft in ihrem Mitgliederorgan "Kopfschmerz-News" unter Berufung auf eine neue US-Studie.
Die amerikanischen Wissenschaftler hatten die Daten von mehr als 30.0000 Menschen analysiert und diese zur Häufigkeit von Kopfschmerzen und zu ihrem Gewicht befragt. Ergebnis: Zwar sind Dicke nicht öfter von Migräne betroffen als Schlanke. Doch mit steigendem Bodymass-Index (BMI) werden die Attacken häufiger und schwerer.
Bei normalgewichtigen Menschen mit einem BMI von 18,5 bis 24,9 berichteten nach Angaben der Fachgesellschaft vier Prozent über 10 bis 15 Kopfschmerztage pro Monat. Von den Fettleibigen mit einem BMI von mehr als 30 lag diese Rate schon bei 13,6 Prozent und bei einem BMI über 35 sogar bei 20 Prozent. Keinen Zusammenhang scheint es aber zwischen Körpergewicht und dem so genannten Spannungskopfschmerz zu geben.
Die Experten haben dem Bericht zufolge allerdings Probleme, diesen Zusammenhang zu erklären. Zwar seien bei stark übergewichtigen Menschen verschiedene Entzündungsbotenstoffe sowie andere körpereigene Transmitter erhöht, die bei Kopfschmerzen eine Rolle spielen könnten. Warum sich diese Veränderungen aber nur auf die Häufigkeit von Migräne, nicht aber auf jene von Spannungskopfschmerz auszuwirken scheinen, ist unklar. Ebenso wissen die Forscher nicht, ob eine Gewichtsreduzierung bei dicken Menschen die Migränehäufigkeit beeinflusst. (apa/red)
