Nur jeder zehnte Boss ist derzeit eine Frau:
Weniger weibliche Chefs in Top-Betrieben
- 48 % der umsatzstärksten Betriebe in Männerhand
- Nur 22 % beschäftigen Frauen in Spitzenpositionen
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Glawischnig: 50% Frauen in Regierung gefordert
·Frauen in der EU: Schlecht schaut's aus!
Bessere Ausbildung, weniger Geld, miese Jobs
·Wollen wir Frauen
überhaupt führen?
Bilder: 6 Frauen geben
in WOMAN Antworten
Immer weniger Top-Betriebe beschäftigen Frauen in den Führungsetagen. Bei den börsenotierten und umsatzstärksten Unternehmen sind mittlerweile wieder 48 Prozent rein in Männerhand - vor zwei Jahren waren es 39 Prozent, geht aus der heurigen Studie des European Women's Management Development International Network (EWMD) hervor. Zum Vergleich: Von den 207 untersuchten Betrieben gibt es keinen einzigen, der ausschließlich Frauen in der Führungsriege aufweist. 22 Prozent beschäftigen zumindest eine Frau in einer Spitzenposition.
"Es ist nicht besser geworden - derzeit gibt es nur bei zehn Prozent der Betriebe Frauen in leitenden Funktionen", sagte die Präsidentin des internationalen Netzwerks zur Förderung von Frauen in Führungspositionen, Romie Schuller. 2004 wurden noch elf Prozent der Spitzenposten (Vorstand, Geschäftsführung, Prokura, Aufsichtsrat) von Frauen eingenommen. "Der Trend geht in die falsche Richtung", spricht Schuller von einer traurigen Bilanz 2006. Dabei sei die Managementqualität in gemischten Führungsteams weitaus besser.
Frauen müssen sich mehr zutrauen!
Doch nicht nur die Unternehmen und die Gesellschaft sollten an einer größeren Akzeptanz von Frauen im Chefsessel arbeiten. Auch die weiblichen Arbeitnehmerinnen selbst müssten sich mehr zutrauen, damit sie mehr mitzureden haben. An der Qualifikation mangelt es jedenfalls nicht: Immerhin sind bereits mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Universitätsabsolventen weiblich. So standen zuletzt 10.518 weibliche Akademikerinnen 9.719 männlichen Absolventen gegenüber, geht aus dem Universitätsbericht 2005 hervor.
Branchen mit hohem Frauenanteil
Über künftige Karrieren sagt das aber offenbar noch wenig aus: "Frauen trauen sich generell weniger zu und sind perfektionistischer", bedauert Schuller. Männer hingegen machen sich weniger Gedanken, ob sie gut genug für einen Job sind, sondern gehen einfach darauf zu und wachsen mit den Aufgaben. Der höchste Anteil an weiblichen Chefs ist in den Branchen Finanzwirtschaft (33 Prozent), Handel (23,5 Prozent) und Tourismus (22 Prozent) zu finden - gefolgt von der Industrie (20 Prozent) und dem Energiesektor (14 Prozent). (APA/red)
