Mittwoch, 3. Jänner 2007

Dicke Luft 2007: Jahr des Raucherkriegs

Seit 1. Jänner ist Rauchen in Lokalen eingeschränkt. Wirte fürchten ein Totalverbot und steigen auf die Barrikaden.
Nichtraucherschutz: Auf 40 Prozent der Lokalflächen gilt ,Tschick‘-Verbot. Jedoch: Nicht alle Gastronomen halten sich daran.

Alljährlich zu Jahresbeginn ist mit ihnen so sicher zu rechnen wie mit dem oft strapazierten Amen im Gebet: den zahlreichen Horoskopen, die den Österreichern prophezeien, was sie in Liebe, Gesundheit und Beruf erwartet. Um vorherzusagen, was 2007 den heimischen Rauchern bringen wird, braucht es keine Hellseherei. Denn geht es nach Gesundheitsexperten und Politikern, so werden die Sterne für Nikotin-Junkies im heurigen Jahr durchgehend schlecht stehen.

Seit 1. Jänner: Nichtraucherzonen. Nachdem bereits in den vergangenen Jahren die Zigarettenpreise drastisch erhöht wurden und seit dem 1. 1. 2006 ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen wie Spitälern und Bahnhöfen gilt, ist mit dem Neujahrstag des heurigen Jahres eine weitere Verschärfung im Kampf gegen den blauen Dunst in Kraft getreten. Diese hat bereits im Vorfeld zu heftigen Diskussionen geführt und dürfte die Zigarette im heurigen Jahr an den Wirtshaustischen ebenso wie in der bundesweiten Politarena zum beliebtesten Diskussionsthema machen.

Keine räumliche Trennung. Denn mit 1. Jänner 2007 ist für rund 19.000 heimische Restaurants und Kaffeehäuser eine freiwillige Zielvereinbarung zum Nichtraucherschutz in Kraft getreten. Der Inhalt: Speiselokale mit einer Größe von über 75 Quadratmetern müssen ab sofort 40 Prozent ihres Lokals zum Nichtraucherbereich erklären. Eine Regelung, die Gesundheitsexperten allerdings nicht weit genug geht. Denn: Die Nichtraucherplätze müssen nicht räumlich von den Raucherbereichen getrennt sein – und bringen Nikotin-Verweigerern somit wenig Erleichterung. Hinzu kommt, dass derzeit noch nicht feststeht, wer die Einhaltung der Zielvereinbarung kontrollieren soll – und die Maßnahmen keine gesetzliche Grundlage über allfällige Bußgelder besitzen. „Wir hinken dem Nichtraucherschutz hinterher, und das ist untragbar – vor allem weil wir wissen, dass auch für Passivraucher die Gesundheitsschäden enorm sind“, betont Walter Dorner, Vizepräsident der österreichischen Ärztekammer, die ein striktes Rauchverbot nach ita?lienischem Vorbild fordert.

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3.1.2007 17:36