Donnerstag, 4. Jänner 2007

"Grüner Strom" boomt: Förderung für Ökostrom steigt heuer um fast 100 Mio. Euro

  • Strom wird bei einigen Energieversorgern teurer
  • Auch Großhandelsmarkt treibt Preise in die Höhe

Der Boom bei der Erzeugung von "grünen Strom" schlägt sich heuer auch in deutlich höheren Förderungen nieder. Die Energieregulierungsbehörde E-Control schätzt, dass die Ökostromförderung heuer um fast 100 Mio. Euro höher ausfallen wird als 2006. Für heuer sei ein Fördervolumen von rund 284 Mio. Euro für sonstigen Ökostrom (Wind, Biomasse, Biogas, Photovoltaik) zu erwarten, nach 189 Mio. Euro 2006, sagte E-Control-Ökostrom-Experte Christian Schönbauer. Unterdessen haben einige Anbieter die Strompreise erhöht.

Umgestellt wurde per Jahresbeginn 2007 die Finanzierung. Mussten die Konsumenten die Ökostromförderung in den Jahren zuvor über einen so genannten Förderbeitrag zahlen, so schlägt sich die Erzeugung von Ökostrom nun im so genannten Verrechnungspreis für Händler nieder. Dieser Verrechnungspreis ist nun wesentlich höher.

Wie aus einer Verordnung der E-Control-Kommission hervorgeht, wird der Verrechnungspreis für die Förderung von sonstigem Ökostrom für das Jahr 2007 mit 10,33 Cent/kWh festgelegt. Für die Förderung von Kleinwasserkraft sind es 6,47 Cent/KWh. Die unterstützte Menge wird für 2007 mit 4.823 GWh erwartet. Der Marktpreis für Strom wird mit 5,474 Cent/kWh angenommen, so dass sich ein Marktwert von 264 Mio. Euro ergibt. Die Summe der Aufwendungen für die Erzeugung dieser Ökostrommengen wird in den Erläuterungen zur Verordnung mit 547,85 Mio. Euro angegeben, so dass sich ein Unterstützungsvolumen von 284 Mio. Euro ergibt.

Einige Energieversorger haben bereits Strompreiserhöhungen auf Grund der höheren Ökostromförderung angekündigt. Bei einem durchschnittlichen Haushalt schlage sich die Ökostromförderung mit rund 28 bis 30 Euro pro Jahr nieder, so Schönbauer. Auf der gesamten Stromrechnung (reiner Energiepreis, Netz sowie Steuern und Abgaben) nehme die Ökostromförderung einen Anteil von rund 6 Prozent ein.

Bis Ende 2007 könnten 8,8 Prozent des an Endverbraucher abgegebenen Stroms aus dem geförderten sonstigen Ökostrom (vor allem Windenergie, Biomasse und Biogas) kommen, geht aus dem Ende November veröffentlichten Ökostrombericht der E-Control hervor. 2003 lag dieser Anteil bei nur 1,2 Prozent, 2005 waren es bereits 4,2 Prozent und 2006 dürften es etwa 6,5 Prozent gewesen sein. Von den für heuer insgesamt erwarteten rund 4.800 GWh an Ökostrom werden nach Schätzung der E-Control rund 2.100 GWh aus Windkraft stammen, 2.000 GWh aus fester Biomasse und 500 GWh aus Biogasanlagen.

Mit dem Ökostromgesetz 2002 sind Subventionen von insgesamt 3 Mrd. Euro für den Ausbau von Ökostrom genehmigt. Mit der Gesetzesnovelle aus 2006 kommt laut E-Control eine weitere Milliarde Euro dazu.

Teurerer Strom in Oberösterreich
Haushaltskunden der Energie AG Oberösterreich (EAG) und der Linz AG zahlen seit 1. Jänner mehr für den Strom. Als Grund nannten die Unternehmen auf Anfrage der APA die steigenden Preise am Großhandelsmarkt.

Bei der EAG macht die Erhöhung knapp fünf Prozent aus. Bei der Linz AG liegt die Preissteigerung ebenfalls bei rund fünf Prozent. Eine weitere Erhöhung sei vorerst nicht geplant, hieß es beim städtischen Versorger.

Die Steweag-Steg erhöht wie berichtet per 1. Februar, und zwar um rund 6 Prozent. Kaum betroffen von der Preiserhöhung sind die Heizungsstromkunden, für die die Anpassung unter einem Prozent beträgt. Man stehe damit am Ende einer Strompreisanpassungsrunde, die von den meisten anderen Versorgern schon durchgeführt worden ist, so Energie Steiermark-Sprecher Urs Harnik-Lauris.

Die Energie Graz sowie regionale Stadtwerke haben die Erhöhung im Zeitraum zwischen November und Jänner in Ausmaß von ebenfalls sechs Prozent oder darüber durchgeführt.

(apa/red)

4.1.2007 17:12