Freitag, 5. Jänner 2007

Kurzfriste Entspannung in Sicht: Tarifstreit bei deutschen Fluglotsen vor Schlichtung

  • Drohender Streik für zwei Wochen abgewendet
  • Arbeitgeber-Angebot für Gewerkschaft ungenügend

Der angedrohte Streik der deutschen Fluglotsen ist für zunächst zwei Wochen abgewendet: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) entschied in dem festgefahrenen Tarifstreit um mehr Geld für die rund 5.300 Beschäftigten ein Schlichtungsverfahren vorzubereiten. Zuvor hatte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) das Angebot der Arbeitgeber als unzureichend abgelehnt.

Die DFS forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Noch bestehe die Möglichkeit einer Einigung. Sollte dennoch zum Streik aufrufen werden, würde sofort die Schlichtung eingereicht. Während des Schlichtungsverfahrens gilt eine 14-tägige Friedenspflicht. Als Schlichterin ist die frühere deutsche Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) vorgesehen.

Am Freitag hatte zunächst die Gewerkschaft das erste, am Mittwoch vorgelegte Arbeitgeberangebot abgelehnt. Demnach erklärt sich die DFS bereit, die Gehälter rückwirkend ab 1. November um drei Prozent für zwölf Monate zu erhöhen. Bei der GdF stieß dies auf positive Resonanz: Bei isolierter Betrachtung wäre die Erhöhung eine hinreichende Basis für erneute Verhandlungen, erklärte die Gewerkschaft. Der zentrale Punkt des Forderungspakets sei jedoch die Umstrukturierung der Vergütung. Dazu habe die DFS nur auf spätere Verhandlungen verwiesen.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften, Joachim Hunold, erwartet auf Grund der Tarifforderungen steigende Flugpreise. Der Air-Berlin-Chef sagte der "Wirtschaftswoche": "Ob mit oder ohne Streik - am Ende wird es in jedem Fall zu einem teuren Tarifabschluss kommen, den zunächst die Fluggesellschaften über höhere Gebühren, am Ende aber Passagiere über höhere Preise bezahlen müssen."(apa)

5.1.2007 17:40