Donnerstag, 4. Jänner 2007

Österreicher glauben an die Wirtschaft: Stimmungsbarometer zeigt nach oben

  • Junge und Alte wollen mehr ausgeben, andere sparen
  • Persönliche Finanzen: Optimismus überwiegt Zweifel

Herr und Frau Österreicher, die bisher oft unter den Wirtschaftspessimisten zu finden waren, geben sich für 2007 vorsichtig optimistisch. 33 Prozent aller Österreicher glauben, dass Österreichs Wirtschaftslage im neuen Jahr besser sein wird als 2006, nur 15 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus, geht aus dem Stimmungsbarometer der Bank Austria Creditanstalt hervor. Die Bank erwartet für heuer weniger Wachstum als die Wirtschaftsforschungsinstitute, gibt sich beim Inlandskonsum aber besonders optimistisch.

Die größte einzelne Gruppe stellen in der Befragung freilich jene, die keine Veränderung sehen: 48 Prozent glauben, dass sich die österreichische Wirtschaft 2007 gleich gut entwickeln wird wie 2006, gar 63 Prozent sehen die eigene finanzielle Situation unverändert.

Bei denen, die an eine Veränderung ihrer persönlichen Finanzen glauben, überwiegen die Optimisten leicht (16 gegenüber 13 Prozent Pessimisten). Besonders die jüngere Bevölkerung ist für ihre eigenen finanzielle Situation optimistisch, während bei den über 50-Jährigen die Pessimisten überwiegen.

Der BA-CA Stimmungsbarometer fragt auch die Sparfreudigkeit von Frau und Herrn Österreicher ab. Bei den Antworten auf die Frage, was mit zusätzlichem Einkommen passieren soll, halten sich Sparer (45 Prozent) und "Ausgabefreudige" (41 Prozent) im Großen und Ganzen die Waage.

Das Sample für die mittlere Altersgruppe zeigt aber eine klare Präferenz für das Sparen: 57 Prozent der 30- bis 49-Jährigen wollen zusätzliches Geld auf die Seite legen, aber nur 36 Prozent planen Mehrausgaben. In dieser Altersgruppe ist auch der Anteil, welcher die allgemeine wirtschaftliche Situation in Österreich 2007 optimistisch sieht, geringer als in anderen Altersgruppen. Bei den 15- bis 29-Jährigen überwiegen die Ausgabefreudigen mit 44:38 Prozent ebenso wie bei den über 50-Jährigen (44:41 Prozent).

"Verhalten optimistische" Konjunkturprognose
Was die österreichische Konjunktur angeht, gibt sich die Bank für das Neue Jahr "verhalten optimistisch", wie Marianne Kager, BA-CA-Chefvolkswirtin sagt. Die Bank prognostiziert für 2007 ein reales Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent und liegt damit leicht unter den Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute (+2,7 Wifo /2,6 Prozent IHS). 2006 ist die Wirtschaft noch um geschätzte 3,2 Prozent gewachsen.

"Der private Konsum dürfte heute zu einer wichtigen Stütze der österreichischen Konjunktur werden", prognostiziert der stellvertretende BA-CA-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Er werde die einzige Komponente des Bruttoinlandsprodukts sein, die 2007 stärker als 2006 wachsen werde. Für 2007 rechnet Bruckbauer mit einem Wachstum des privaten Konsums von 2,2 nach 1,8 Prozent im vergangenen Jahr.

Dies wird auch durch die regelmäßig erfasste Konsumentenstimmung bestätigt, die im Laufe des Jahres 2006 von minus 3 auf plus 10 gestiegen ist, schreibt die BA-CA.

(apa/red)

4.1.2007 11:32