"Jegliche Sicherheit genommen": Debatte um den Kündigungsschutz bei Lehrlingen
- Künftig schon nach ersten beiden Lehrjahren kündbar
- FCG: "Geplantes Auffangnetz nicht das Gelbe vom Ei"
·Bessere Absicherung für freie Dienstnehmer
Sollen vielleicht bald in Arbeitslosenversicherung
Die geplanten Änderungen beim Kündigungsschutz für Lehrlinge müssen von den Koalitionsverhandlern noch einmal auf den Tisch gebracht werden. Lehrlinge könnten in Zukunft nach den ersten beiden Lehrjahren gekündigt werden und wären somit billige Arbeitskräfte, von denen sich die Firmen auch rasch wieder trennen könnten. Diese Tatsache ist für den Christgewerkschafter Gajdosik unvorstellbar.
"Den Lehrlingen wird mit den geplanten Änderungen jegliche Sicherheit genommen. Die Tatsache, dass den Jugendlichen mit dem Jahresende auch das Ausbildungsende droht, stimmt mich nachdenklich und das geplante Auffangnetz ist da nicht gerade das Gelbe vom Ei für die Lehrlinge", so Gajdosik, FCG-Wien-Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender der Gewerkschaft vida.
Die Ausweitung der Maximalarbeitszeit auf 12 Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich bewertet Gajdosik nicht als Flexibilisierung sondern Ausbeutung von Arbeitnehmer/innen. Gerade das hätten die Arbeitnehmervertreter in den vergangenen Jahren immer zu verhindern versucht. Jetzt würden jedoch dieselben Personen diese Forderung stellen. "Ich glaube, dass hier noch einmal kräftig darüber nachgedacht werden muss, ob diese Maßnahmen einen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz bringen", so Gajdosik.
Der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Michlmayr, sprach sich ebenfalls gegen eine weitere Lockerung des Kündigungsschutzes von Lehrlingen aus. "Nach der Verlängerung der Probezeit für Lehrlinge im Jahr 2000 von einem auf drei Monaten darf es zu keinen weiteren Verschlechterungen für Lehrlinge kommen", so Michlmayr.
Schon jetzt würden sehr viele Lehrverträge vorzeitig aufgelöst. In Wien werden laut Michlmayr etwa 24 Prozent der Lehrverträge während der dreimonatigen Probezeit beendet. (apa)
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