Rapid und Austria jagen den Hallen-Sieg: Wiedergutmachung für peinlichen Herbst
- Zellhofer: "Prestige-Sache" - Hofmann, Bazina dabei?
- Sportklub, Vienna und LASK nicht zu unterschätzen
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Nach einjähriger Pause erlebt heute das traditionelle Fußball-Turnier in der Wiener Stadthalle mit der 46. Auflage seine Auferstehung. Bis Sonntag spielen Rekordsieger Austria Magna, Rekordmeister Rapid Wien, Red-Zac-Spitzenreiter LASK Linz sowie der Ostliga-Tabellenführer Fernwärme Vienna und und dessen erster Verfolger Wiener Sportklub Wienstrom um den riesigen "Auhof Center"-Pokal sowie eine Siegesprämie von 20.000 Euro.
Für die zwei Vereine aus der Bundesliga geht es aber um mehr als "nur" um eine Trophäe und ein Körberlgeld. Für das Duo bietet sich auf dem Parkett die Gelegenheit, sich für den tristen Freiluft-Herbst auf dem Rasen bei seinem Anhang ein wenig zu rehabilitieren. Die Violetten, die sich schon 18-mal zu "Hallenkönigen" (zuletzt 2003) gekürt haben, tragen in der T-Mobile-Bundesliga die Rote Laterne und die Grünweißen, die in der Stadthalle bisher siebenmal (2004) triumphierten, haben als Achte auch nur zwei Punkte mehr auf ihrem Konto.
"Rapid und wir stehen unter Druck, in der Halle haben auch die kleinen Vereine eine Chance. Das Turnier mit der tollen Stimmung ist aber natürlich eine Prestige-Sache und auch ein attraktiver Aufgalopp der Vorbereitung auf das Frühjahr", sagt Austrias Feldherr Georg Zellhofer. Er werde auf jeden Fall zwei starke Blöcke stellen. Allerdings kämen nur Spieler zum Einsatz, die vom Klubarzt dazu auch die Erlaubnis erhalten. Fehlen werden wohl die Rekonvaleszenten Vachousek, Radomski, Schiemer sowie die "Dauerbrenner" Blachard, Kiesenebner und Tokic.
Rapid mit Tricksern Hofmann und Bazina?
Während die Veilchen (Manager Markus Kraetschmer: "Wir sind nicht der große Favorit, wollen aber um den Sieg mitspielen") zuletzt vor zwei Jahren enttäuschten und mit nur einem Sieg in sechs Spielen den letzten Gruppen-Platz belegten, standen die Hütteldorfer 2005 immerhin im Endspiel (3:4 gegen SV Mattersburg) und stellten mit Andreas Ivanschitz sowie Marek Kincl den besten Spieler des Turniers und den Torschützenkönig.
Feldherr Peter Pacult bittet seine Truppe zuerst zum ersten Training auf das Parkett und wird danach entscheiden, welche Spieler er einsetzen wird. Auch für ihn steht fest, dass nur hundertprozentig fitte Leute zum Einsatz kommen werden. Darunter könnten auch die Trickser Steffen Hofmann und Mario Bazina sein.
Wenn der Serbe Branko Boskovic, der zuletzt für ES Troyes tätig war, unter Vertrag genommen wird, könnte auch der Mittelfeldstratege mit von der Hallen-Partie sein. Pacult, der einst als Aktiver die Halle geliebt hatte und besonders die Derby-Stimmung genießt, hat nicht so sehr den ersten Turnier-Platz im Auge, sondern er will von seinen Schützlingen vielmehr guten Hallen-Fußball sehen. Sein Debüt wird auf alle Fälle der 40-jährige Alfred "Ali" Hörtnagl geben, der Nachfolger von Peter Schöttel als Sportdirektor wurde von Präsident Rudolf Edlinger vor dem ersten Training in Hütteldorf der Mannschaft vorgestellt.
Sportklub, Vienna und LASK nicht zu unterschätzen
Für Pacult gibt es "keinen echten Favoriten", weil in der Halle ein David schnell einem Goliath ein Bein stellen könne. Auf diese Chance lauert ein Trio, allen voran der LASK mit den Technikern Ivo Vastic und Almedin Hota sowie Coach Karl Daxbacher, der einst zur Parade-Garnitur der Austria mit Prohaska, Baumeister, Sara und Obermayer zählte. "Wir werden alles geben und dann sehen, was am Ende herauskommt", verspricht Vastic, der die Teilnahme als Auszeichnung des im Herbst Geleisteten sieht. Die Athletiker haben in der Stadthalle schon einmal (1998) gewonnen.
Als Hechte im Karpfenteich sehen sich auch die Vienna und der Wr. Sportklub. Fritz Drazan, Erzvioletter und nun Döblinger Coach, hat zu seinen Routiniers wie Pürk und Zechner einen weiteren bekannten Mann für die Halle gewonnen. Sportdirektor Thomas Flögel, seines Zeichens vierfacher Turnier-Sieger und 37facher Teamspieler, versucht ein Comeback. Und bei den Dornbachern, die gleich sechs Termine zum Üben in der Halle reservierten, gibt Slobodan Batricevic sein Debüt als Sportklub-Trainer.
Spannung ist in jedem der 20 Spiele (Meisterschaftssystem, Spielzeit zweimal zwölf Minuten netto, jeder tritt zweimal pro Tag an) mit insgesamt zwölf Derbys (drei pro Tag) garantiert, denn es gibt kein Unentschieden. Steht es nach der regulären Spielzeit remis, kommt es zu einer Verlängerung, wobei pro gespielter Minute ein Spieler pro Klub vom Parkett muss. Gibt es kein "Golden Goal", fällt die Entscheidung im Penalty-Schießen. Übrigens, das erste Turnier im Februar 1959 hat die Austria durch Siege in allen Spielen gewonnen.
(apa/red)
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