"Fühle mich müde": Norwegischer Ski-Star Aamodt gab seinen Rücktritt bekannt
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Der an Olympia- und WM-Medaillen erfolgreichste Skirennläufer der Geschichte hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Norweger Kjetil-Andre Aamodt hört mit 35 Jahren auf. "Ich fühle mich mental und körperlich müde", erklärte Aamodt im norwegischen Fernsehen bei der Preisverleihung zum norwegischen "Sportler des Jahres 2006". Aamodt ist vierfacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister, insgesamt 20 Medaillen hat er bei Großereignissen zwischen 1991 und 2006 gewonnen.
"Ich bin 35 und habe eine Familie. Es ist Zeit aufzuhören", sagte Aamodt, der sich von seiner bei den Olympischen Spielen in Turin zugezogenen Knieverletzung nicht mehr erholt hatte. Der Norweger hatte sich beim ersten Sprung der Abfahrt am linken Knie verletzt. Er kämpfte sich dennoch ins Ziel und wurde sensationell Vierter.
Sechs Tage später gewann er trotz Schmerzen den Super G. Die Goldmedaille von Torino 2006 ist auch die einzige, die Aamodt noch im Original besitzt. Die 19 davor geholten Medaillen bei Großereignissen waren ihm im August 2003 gestohlen worden, mittlerweile hat er 19 nachgemachte Medaillen erhalten.
Nach Olympia und dem Saisonfinale unterzog sich Aamodt einer Knieoperation und kam nicht mehr zurück in den Weltcup. Spekulationen über ein Comeback im Jänner beendete der Vater einer kleinen Tochter am Samstag mit der Ankündigung seines Rücktritts.
Fußball-Fan Aamodt war ein sympathischer Sportler, der in den wichtigen Rennen fast immer in Hochform war. Auf die Frage, was ihn nach so vielen Erfolgen immer wieder auf die Skipiste lockte, meinte er einmal: "Wenn man etwas liebt, dann ist man bereit, viel dafür zu investieren. Und wenn man hart arbeitet, dann wird man irgendwann dafür belohnt. Skifahrer sein, das ist für mich einfach der Traumberuf."
Das Ergebnis ist eine einmalige Medaillensammlung, die er bei der WM 1991 in Saalbach/Hinterglemm mit Silber im Super G begann. Es folgten fünf WM-Goldmedaillen (Slalom und Riesentorlauf 1993, Kombination 1997, 1999, 2001), drei weitere WM-Silbermedaillen (Kombination 1993, Riesentorlauf 2001, Abfahrt 2003) und dreimal WM-Bronze (Super G 1996, Abfahrt 1999, Kombination 2003).
Bei Olympia schlug er erstmals 1992 in Albertville mit Gold im Super G und Bronze im Riesentorlauf zu. In Lillehammer 1994 stockte er seine Sammlung mit Silber in Abfahrt und Kombination sowie Bronze im Super G auf, in Salt Lake City holte er dann zweimal Gold (Kombination und Super G), ehe er in Turin im Vorjahr mit dem neuerlichen Super-G-Triumph den Schlusspunkt setzte. Aamodt, der 1994 im Gesamtweltcup triumphierte, gewann 21 Weltcup-Rennen und ist einer von fünf Herren, die in allen Disziplinen Siege feierten.
(APA/red)
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