Samstag, 6. Jänner 2007

"Wurde schon oft abgeschrieben": Maier
noch ohne Saison-Sieg aber mit Hoffnung

  • Maier 4 Jahre nach Comeback wieder in Adelboden
  • Evers: "Es fehlen in allen Disziplinen Kleinigkeiten"

Vier Jahre nach seinem sporthistorischen Comeback auf dem "Chuenisbärgli" steht für Hermann Maier wieder einmal der Riesentorlauf-Klassiker in Adelboden auf dem Programm. Für den vierfachen Gesamt-Weltcupsieger, Doppel-Olympiasieger 1998 und dreifachen Weltmeister läuft es im aktuellen WM-Winter noch nicht nach Wunsch, doch der 34-jährige Salzburger merkte vor dem ersten Rennen des Jahres 2007 treffend an: "Ich wurde schon oft abgeschrieben. Und im Endeffekt bin ich jedes Mal wieder gekommen."

Wie damals, als Maier am 24. August 2001 nach einem Motorradunfall beinahe sein rechtes Bein verloren hätte, jedoch am 14. Jänner 2003 nicht einmal 17 Monate danach am Start in Adelboden stand. "Eigentlich unglaublich, vor allem diese kurze Zeitspanne", erinnert sich Andreas Evers, Maiers langjähriger Flachauer Freund und Trainer. "Es war ein sehr spannender Tag. Denn keiner wusste, was rauskommen würde."

Raus kam unterm Strich bei schwierigsten Verhältnissen Rang 31. Die Tourismusverantwortlichen in Adelboden reden übrigens heute noch von der damaligen Maier-Mania. Nachdem bekannt geworden war, dass der Flachauer sein Comeback wagen wird, stürmten vor allem internationale Medienverträter das Berner Oberland.

Tränen in Kitzbühel
Wenn Evers seine Erinnerungen 13 Tage weiter dreht, dann wird aus "unglaublich" sogar "unfassbar". Gemeint ist der Comeback-Sieg am 27. Jänner 2003 im Kitzbühel-Super-G inklusive Maierscher Freudentränen. "Und das auf der Streif, einfach unfassbar", so Evers.

Maier hat bereits drei Mal den äußerst anspruchsvollen Adelboden-RTL am Kuonisbergli gewonnen (1998,1999,2001), doch Evers bremst vor dem Rennen am Samstag die Erwartungen: "Wenn es ein einstelliges Ergebnis wird, darf man schon zufrieden sein. Einerseits, weil seit diesen Siegen zu viel passiert ist. Andererseits, weil Maiers Riesentorlauf-Training in dieser Saison bis jetzt minimal war." Das RTL-Training Maiers litt unter einer Erkrankung in Übersee und dem dicht gedrängten Rennkalender.

Warum der 34-Jährige noch auf seinen ersten Saisonerfolg warten muss, begründete Evers so: "Um zu gewinnen, muss alles passen. Und es fehlen in allen Disziplinen Kleinigkeiten. In der Abfahrt die Abstimmung, im Riesentorlauf das Training und im Super G die Startnummer." Gerade Evers würde einen Maier aber natürlich niemals abschreiben. "Zwei, drei Rennen kann er auch heuer sicher gewinnen."

(apa/red)

6.1.2007 10:27