Donnerstag, 4. Jänner 2007

"Mit Stockerlplatz kann man dabei sein": Für ÖSV-Girls wird's jetzt schon WM-ernst!

  • Trainer Mandl sieht im Kader keine Überraschungen
  • Junge Garde muss sich noch im Europacup beweisen

Einen Monat vor Beginn der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2007 in Aare wird es langsam spannend, jedes Rennen kann für eine mögliche Qualifikation für die Welttitelkämpfe bereits von Entscheidung sein. Bei der Nominierung des österreichischen Damen-WM-Teams sind aber keine Überraschungen zu erwarten, das sagte Herbert Mandl in Zagreb. "Nein, danach sieht es nicht aus", meinte der ÖSV-Damen-Headcoach, dessen kompaktes und erfolgreiches Team ohnehin ein mit wenigen Ausnahmen noch sehr junges ist.

Das Aufgebot des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) für die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2005 in Bormio und Santa Caterina umfasste 25 Aktive mit 13 Herren und 12 Damen. Die damals 19-jährige Andrea Fischbacher war vor zwei Jahren überraschend nominiert worden, die blutjunge 18-jährige Kathrin Zettel war als Team-Küken mit einem sechsten Slalomrang in Marburg ins Team gerutscht.

Nominierungen dieser Art sind dieses Mal nicht zu erwarten, auch wenn beispielsweise die Slalomfahrerinnen Kathrin Triendl mit Platz 20 auf dem Semmering und Simone Streng mit 21 in Val d'Isere schon Talentproben im Weltcup abgelegt haben. Mandl hatte sogar darauf verzichtet, die beiden Mädchen zum Nachtslalom nach Zagreb mitzunehmen, in dem somit nur sechs Österreicherinnen am Start waren.

"Sie fahren stattdessen im Europacup, es ist wichtig, dass sie dort einmal gewinnen, sie müssen wissen, wie sich das anfühlt", erklärte der Trainer. Zu Europacup-Gesamtsiegerin Anna Fenninger, die ihre erste Weltcupsaison bestreitet, meinte er: "Da haben sich viele erwartet, dass sie sich heuer immer qualifiziert, aber es ist nicht so leicht, im Weltcup Fuß zu fassen. Zwischen Europacup und Weltcup ist doch noch ein Unterschied."

Vielmehr ist für die WM in Schweden zu erwarten, dass Mandl das volle Kontingent gar nicht ausschöpfen muss. Im Slalom, Riesentorlauf und in der Super-Kombination stellt sich das rot-weiß-rote WM-Team nach derzeitigen Stand mit Marlies Schild, Kathrin Zettel, Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser ohnehin von selbst auf. In den Speed-Disziplinen sind hinter Fixstarterin Renate Götschl aber noch Startplätze offen. Bestens im Rennen liegen in der Abfahrt Andrea Fischbacher und Alexandra Meissnitzer sowie im Super G Hosp und Kathrin Wilhelm.

"Im Dezember war die WM noch kein Thema, jetzt kommt das natürlich dazu. Jede, die noch kein Topergebnis hat, hat das jetzt bei jedem Rennen im Hinterkopf. Und mit einem Stockerlplatz kann man schon dabei sein", so Mandl.

Vor der WM stehen nach Zagreb noch ein Riesentorlauf und Slalom in Kranjska Gora, sowie eine Abfahrt, ein Super G und eine Super-Kombination in Altenmarkt/Zauchensee, eine Abfahrt, ein Super G und ein Riesentorlauf in Cortina d'Ampezzo, und abschließend eine Abfahrt und ein Super G in San Sicario/Via Lattea auf dem Programm.
(APA/red)

4.1.2007 13:35