"Meine Herren, wir haben einen Weltcup":
Ski-Zirkus feiert jetzt seinen 40. Geburtstag
- Heini Messner - Erster Sieger war ein Österreicher
- Sieben ÖSV-Läufer holten die große Kristallkugel
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Geboren ist die Idee des Ski-Weltcups im Sommer 1966 in den Anden worden, die Feuertaufe erlebte der World Cup aber erst am 5. Jänner 1967 mit einem Slalom in Berchtesgaden. Genau vor 40 Jahren trug sich der Österreicher Heini Messner als Erster in die nun lange Liste der Gewinner von Weltcup-Bewerben ein. Der heute 67-Jährige erinnert sich gut an das Rennen, und vor allem auch daran, dass er auf kürzeren Skiern auf das Podest raste, als es zu jener Zeit üblich war.
Geboren ist die Idee des Ski-Weltcups im Sommer 1966 in den Anden worden, die Feuertaufe erlebte der World Cup aber erst am 5. Jänner 1967 mit einem Slalom in Berchtesgaden. Am Freitag vor 40 Jahren trug sich der Österreicher Heini Messner als Erster in die nun lange Liste der Gewinner von Weltcup-Bewerben ein. Der heute 67-Jährige erinnert sich gut an das Rennen, und vor allem auch daran, dass er auf kürzeren Skiern auf das Podest raste, als es zu jener Zeit üblich war.
"Die Strecke auf dem Jenner war anspruchsvoll, hart und eisig. Meine Slalomskier waren 2,05 m lang, die der anderen 2,10. Zwei Tage später sind alle mit kürzeren Skiern gefahren", denkt der Tiroler Messner im Gespräch mit der APA an die Zeit um den historischen Sieg zurück. Gerne hätte er schon damals auch ein Renn-Modell mit stärkerer Taillierung gefahren, doch ein von Kneissl entwickeltes Produkt für Freizeitskifahrer erwies sich als Ladenhüter, "obwohl die Ski echt gut liefen."
Die echten Carver kamen für Heini Messner, der 1968 in Grenoble (Riesentorlauf) und 1972 in Sapporo (Abfahrt) Olympia-Bronzemedaillen gewann, viel zu spät. "Ich habe sie nie ausprobiert, ich fahre kaum noch Ski. Es ging nicht mehr mit meinem Knie, ich habe seit zehn Jahren Schmerzen, auch mit dem Tennis musste ich aufhören, ich spiele jetzt Golf", erzählte Messner. "Sie fragen mich, wie es mir geht? So weit gut. Ich war beim Arzt, ich bekomme ein neues Knie, es wird mir nach dem Ende der Saison am 11. April in Innsbruck eingepflanzt."
Messner hat vor fünf Jahren mit dem Beginn des Ruhestands seine Pension in Steinach am Brenner geschlossen und das Haus in Wohnungen umgebaut, er betreibt aber noch Ski-Verleih und Ski-Service. "Ich bin auch gerade jetzt beim Ski-Wachseln, aber das kann ein paar Minuten warten", meinte der dreifache Vater und vierfache Opa.
Ein Fan des Skisports ist er geblieben, regelmäßig sitzt er vor dem Fernseher und freut sich derzeit vor allem über die Erfolge der österreichischen Ski-Damen. "Alles fesche Mädchen und recht selbstbewusst. Sie sind sportlich wie im Aussehen herzerfrischend", stellte er fest. "Und wenn es bei den Herren mal nicht läuft, dann bin ich der Letzte, der ihnen böse ist. Aber jetzt hat der Walchhofer ja wieder gewonnen (beide Abfahrten in Bormio/Anm.), jetzt dreht es sich wieder."
Als Heini Messner im Alter von 33 Jahren seine aktive Karriere beendete, wechselte er nahtlos ins Trainergeschäft, betreute zwei Jahre die Damen rund um Annemarie Pröll und feierte mit ihnen bis dahin in dieser Intensität noch nie da gewesene Erfolge. "Ich war den Trott, herumzureisen, gewöhnt. Ich wollte nicht ganz aufhören, weil ich Angst hatte, dass mir was abgeht. Ich bin stufenweise abgesprungen. Nach zwei Jahren war Schluss, ich habe dann die Ski-Schule gehabt und die Pension aufgebaut." Zu einigen älteren Weggefährten hat er noch Kontakt, am Golfplatz in Innsbruck-Igls trifft er öfters Karl Schranz, aber auch die jetzigen ÖSV-Cheftrainer Toni Giger und Herbert Mandl lassen sich gelegentlich im Clubhaus sehen.
Der Internationale Skiverband FIS hat bereits vor mehr als einem Jahr, im Dezember 2005 im Grödnertal, eine Party aus Anlass 40 Jahre alpiner Ski-Weltcup gefeiert. Die Weltcup-Erfinder im Sommer 1966 in Chile waren der französische "L'Equipe"-Journalist Serge Lang, die beiden Teamchefs Honore Bonnet (Frankreich) und Bob Beattie (USA) sowie ÖSV-Sportwart Sepp Sulzberger. Und FIS-Präsident Marc Hodler durfte im August 1966 verkünden: "Meine Herren, wir haben einen Weltcup."
Die Chronik der Gesamtsieger umfasst in Karl Schranz, Hermann Maier, Stephan Eberharter und Benjamin Raich vier Österreicher und in Gertrud Gabl, Annemarie Moser-Pröll, Petra Kronberger, Anita Wachter, Alexandra Meissnitzer, Renate Götschl und Michaela Dorfmeister sieben Österreicherinnen.
(apa/red)
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