Mittwoch, 3. Jänner 2007

Freude über Ableben von Prokop? "Asyl in Not": Tod "gute Meldung zum Jahresbeginn"

  • ÖVP, SPÖ und BZÖ entsetzt über Genner-Aussage
  • NACHLESEN: "Asyl in Not"-Erklärung im Wortlaut

Eine Reaktion der Hilfsorganisation "Asyl in Not" zum Ableben von Innenministerin Liese Prokop hat für Empörung gesorgt. ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka zeigte sich "bestürzt" und sprach von "pietätlosen Hasstiraden" auf die verstorbene Ministerin. Entsetzt reagierten auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos und BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz.

"Asyl in Not"-Obmann Michael Genner hatte in einer Aussendung mit Verweis auf Fälle von Asylsuchenden in Österreich die Nachricht vom Ableben Prokops als "gute Meldung zum Jahresbeginn" bezeichnet und gemeint: "Kein anständiger Mensch weint ihr eine Träne nach." HIER KLICKEN UND ERKLÄRUNG NACHLESEN!

Lopatka bezeichnete "die hasserfüllten Worte" Genners als "abscheulich, menschenverachtend und fernab jeglicher Pietät". Die NGO solle sich ernsthaft die Frage stellen, "ob dieser Obmann noch tragbar ist". Die Aussagen von Genner seien "unter keinen Umständen zu akzeptieren". "Bei allem Respekt vor unterschiedlichen politischen Ansichten wurde von Genner gegen jede Pietät vor einem verstorbenen Menschen verstoßen", so Lopatka.

Ähnlich äußerte sich auch Darabos: Genners Aussagen seien "unwürdig, pietätlos und würden auch inhaltlich einer ernsthaften Diskussion nicht stand halten". Derartige Aussagen seien überdies der Sache der NGOs insgesamt "nicht dienlich". Er forderte Genner auf, seine Äußerungen zurückzunehmen, "im Sinne seiner eigenen Organisation und im Sinne der Möglichkeit, auch künftig einen ordentlichen Dialog aufrecht erhalten zu können".

Grosz sprach von einer "unglaubliche Entgleisung". Genner habe mit diesen Aussagen bewiesen, "dass er keinen Funken von Anstand und Charakter besitzt". Diese "pietät- und herzlosen Äußerungen" seien "nicht nur unangebracht, sondern angesichts des Gedenkens an einen verstorbenen Menschen auf das Schärfste zurückzuweisen". "Asyl in Not" habe einmal mehr gezeigt, "dass sie kein dialogfähiger Ansprechpartner für die künftigen Integrations- und Sicherheitspolitik in unserem Land ist", so Grosz. (apa)

3.1.2007 09:13