Samstag, 6. Jänner 2007

Nach anfänglichem Zögern: Ban Ki Moon will Aussetzung der Hinrichtungen im Irak!

  • Unterstützt Appel der UN-Menschenrechtskommission
  • Hatte mit lauer Haltung zu Todesstrafe irritiert

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die irakische Regierung aufgefordert, alle in Kürze geplanten Hinrichtungen auszusetzen. Dies geht aus einer in New York veröffentlichten UNO-Erklärung hervor. Ban habe seine Aufforderung, in der er den Appell von UNO-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour unterstütze, dem irakischen UNO-Botschafter übermittelt.

Zuvor hatte der Südkoreaner auf eine ausdrückliche Verurteilung der Hinrichtung des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein verzichtet und damit Spekulationen über eine mögliche Abkehr von der bisherigen Linie der Vereinten Nationen ausgelöst. Ban hatte gesagt, die Entscheidung über die Todesstrafe sei Sache des jeweiligen Staates. Nach Kritik an der Haltung des UNO-Generalsekretärs erklärte dessen Sprecherin, Moon bekenne sich zum Artikel 3 der von der UNO verabschiedeten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, in dem das Recht auf Leben verbrieft ist.

Die Hinrichtungen des Halbbruders von Saddam Hussein, Barzan el Tikriti, und des früheren Präsidenten des Revolutionstribunals, Awad Ahmed el Bandar, stehen möglicherweise kurz bevor. Sie waren ursprünglich für Donnerstag geplant gewesen. Aufgrund internationaler Proteste verschob die irakische Regierung die Exekutionen jedoch. Die beiden Männer waren zusammen mit Saddam Hussein am 5. November wegen des Massakers an 148 Schiiten aus dem Dorf Dujail zum Tode verurteilt worden. Saddam Hussein wurde am 30. Dezember durch den Strang hingerichtet. Die Exekution löste eine internationale Debatte aus.(apa)

6.1.2007 23:00