Henker beschimpften hängenden Saddam: Weitere Zunahme der Gewalt zu befürchten!
- Hunderte Baath-Anhänger demonstrieren für "Helden"
- 100 Anschlagstote seit Exekution am 30. Dezember

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bereits begraben!
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Iraker haben zu Jahresbeginn des vor zwei Tagen hingerichteten Ex-Staatschefs Saddam Hussein gedacht. Bei mehreren Autobombenanschlägen und Angriffen sind nach der Exekution des durch die US-Militärinvasion von 2003 gestürzten Machthabers annähernd hundert Menschen ums Leben gekommen. Für eine weitere Zunahme der Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen könnte ein im Internet kursierendes inoffizielles Video der Hinrichtung sorgen; darauf ist zu hören, wie Mitglieder des schiitischen Henkerkommandos den Todeskandidaten am Galgen beschimpfen.
In der Region Tikrit, der Heimat des Toten, stellten Anhänger des ehemaligen Staatschefs und seiner verbotenen Baath-Partei Trauerzelte auf. Die Straßen in der sunnitischen Stadt waren für den Verkehr gesperrt. Saddam Hussein war am Silvestertag, einen Tag nach seiner Hinrichtung, in seinem Geburtsort Auja in der Nähe von Tikrit beigesetzt worden. Im zwanzig Kilometer südlich von Tikrit gelegenen Al-Dur versammelten sich hunderte Baath-Anhänger zu einer Demonstration. Einige schwenken riesige Porträts von dem Toten und priesen ihn als "Helden" und "Märtyrer". "Saddam ist nicht tot, sondern lebt in unseren Herzen weiter!", sagte ein Demonstrant.
Hunderte pilgern zum Grab
Bereits am Tag der Beerdigung waren Hunderte zu Saddams Grab gepilgert. Sie knieten und beteten in der mit Marmor verkleideten Moschee, in der der frühere Machthaber an der Seite von Familienmitgliedern beigesetzt ist. "Die Perser haben ihn umgebracht. Ich kann es nicht fassen. So Gott will, wir werden Vergeltung üben", sagte ein Mann aus der nordirakischen Stadt Mossul. Mit "Perser" spielte er auf die schiitische Mehrheitsbevölkerung an, die jetzt im Irak den Ministerpräsidenten stellt. Der Zorn richtete sich auch gegen die USA. "Das Einzige, was uns jetzt bleibt, ist uns an den Amerikanern und an der Regierung zu rächen", sagte ein Trauernder.
Die Regierung in Bagdad hatte zunächst angedeutet, Saddams Leichnam könnte an einem unbekannten Ort begraben werden, damit sein Grab nicht zu einer Pilgerstätte würde. Nach Protesten wurde der Leichnam jedoch in der Nacht von einem US-Hubschrauber nach Tikrit geflogen und umgehend in Auja beigesetzt. Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Aufstand der Sunniten gab es nach Polizeiangaben nicht, doch wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft. Die Zufahrten nach Tikrit wurden gesperrt, und den Bewohnern wurde für vier Tage die Ausreise verboten. (apa/red)
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