Neue Offensive gegen Gewalt im Irak: Armee erschoss mind. 30 Aufständische
- Zahlreiche Festnahme in Sunniten-Viertel
- US-Armee meldet Festnahme von Al-Kaida-Führer
·Saddam-Getreue vor ihrer Hinrichtung
Noch kein fixer Termin für Hussein-Mitangeklagte
Die irakische Armee hat bei einem Schusswechsel im Zentrum von Bagdad mindestens 30 Aufständische getötet. Zahlreiche weitere seien festgenommen worden, hieß es im irakischen Fernsehen. Unter ihnen seien vier Sudanesen. Offenbar handelt es sich um den Beginn einer zuvor von der Regierung angekündigten neuen Offensive gegen die Aufständischen, mit der die Gewalt in Bagdad eingedämmt werden soll.
Der Schusswechsel ereignete sich den Angaben zufolge nahe der Haifa-Straße in einem sunnitischen Viertel, in dem während der Herrschaft des vor kurzem hingerichteten Präsidenten Saddam Hussein zahlreiche hochrangige Regierungsvertreter gewohnt hatten. Der neue "Sicherheitsplan" für Bagdad werde in den kommenden Tagen umgesetzt, sagte Maliki in einer Rede zum 85. Geburtstag der irakischen Streitkräfte. Die Sicherheitskräfte würden in jedem Teil der Hauptstadt gegen Aufrührer vorgehen, gleich welcher Religionsgruppe oder politischen Richtung sie angehörten, betonte der Schiite, dem bisher zu große Nachsicht gegenüber schiitischen Milizen vorgeworfen worden war.
Noch am Wochenende werde damit begonnen, die Aufständischen Stadtviertel für Stadtviertel zu bekämpfen, erklärten ranghohe Berater des Regierungschefs. Die irakischen Soldaten würden dabei von multinationalen Truppen unter Führung der USA unterstützt. Der Sicherheitsplan solle zur neuen Irak-Strategie der US-Regierung beitragen.
US-Soldaten gaben indes die Festnahme mutmaßlichen Anführers einer Zelle des internationalen Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak bekannt. Der Verdächtige sei am Freitag bei einer Razzia im Süden von Bagdad gefasst worden, teilten die US-Streitkräfte mit. Er wird für die Entführung, Folter und Ermordung irakischer Zivilpersonen und Soldaten verantwortlich gemacht.(apa)
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