Donnerstag, 4. Jänner 2007

Gewalt im Westjordanland neu angefacht: Anschläge auf führende Hamas-Mitglieder

  • Mindestens vier Tote bei Militäraktion in Ramallah
  • Ägypten gibt Palästinensern Schuld an Stillstand

Eine Reihe von Anschlägen auf führende Hamas-Vertreter und eine israelische Razzia haben die Gewalt im Westjordanland neu angefacht. Für die Anschläge auf zwei Hamas-Minister und einen ranghohen Aktivisten machte die Hamas Fatah-Anhänger verantwortlich. Bei einer israelischen Militäraktion in Ramallah kam es zu Gefechten zwischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern. Mindestens vier Palästinenser wurden nach Krankenhausangaben getötet und 20 verletzt. Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten eröffneten Hubschrauber der Armee das Feuer. Explosionen erschütterten das Zentrum der größten Stadt im Westjordanland.

Zum Auftakt des ägyptisch-israelischen Gipfeltreffens hat die Regierung in Kairo unterdessen schwere Vorwürfe erhoben. Außenminister Ahmed Abul Gheit gab der palästinensischen Führung die Schuld dafür, dass es trotz israelischer Zugeständnisse noch immer nicht zu einer Lösung der seit Monaten schwelenden Geisel-Krise gekommen ist. In der Frage des im Juni entführten israelischen Soldaten Gilad Shalid gebe es "keine Entwicklung", sagte Gheit im ägyptischen Sharm-el-Sheikh , dem Ort des Gipfeltreffens von Präsident Hosni Mubarak mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert. Israel habe den von den palästinensischen Geiselnehmern verlangten Gefangenenaustausch angeboten. "Leider denken aber einige palästinensische Kräfte, die Zeit sei noch nicht reif dafür." (apa)

4.1.2007 16:57