Gazastreifen treibt immer tiefer ins Chaos: 4 Tote bei Kämpfen zwischen Hamas & Fatah
- Abbas ruft Ausländer zum Verlassen von Gaza auf
- Entführter peruanischer Fotograf weiter vermisst
·Gaza: Fatah & Hamas
lassen Gefangene frei
Peruanischer Fotograf aber weiter verschollen
Bei neuerlichen blutigen Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah sind im Gazastreifen vier Menschen getötet worden. Angesichts des andauernden Chaos forderten palästinensische Sicherheitskräfte Ausländer zum Verlassen des Gazastreifens auf.
Bei einem Granatenangriff auf den Wagen eines hochrangigen Mitglieds der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas kamen am Abend in Khan Younis im Norden des Gazastreifens zwei Menschen ums Leben. Augenzeugen berichteten, die Granaten seien von einer zur radikal-islamischen Hamas gehörenden Miliz abgefeuert worden.
Ein 23 Jahre altes Fatah-Mitglied war nach Augenzeugenberichten zuvor in Beit Lahia von einem Scharfschützen getötet worden. Familienmitglieder warfen Hamas vor, für die Tat verantwortlich zu sein. Eine 22-jährige Frau starb wenige Stunden, nachdem sie bei dem Feuergefecht schwere Kopfverletzungen davongetragen hatte.
Abbas ruft Ausländer zum Verlassen von Gaza auf
Zur Aufforderung an die Ausländer sagte ein hochrangiges Mitglied der Polizeikräfte von Abbas: "Wir haben internationale Einrichtungen im Gazastreifen gebeten, ihre ausländischen Mitarbeiter aus Furcht vor weiteren Entführungen abzuziehen." Er sprach von Warnungen verschiedener Geheimdienste vor geplanten Entführungen von Ausländern insbesondere aus Europa und den USA.
Entführter peruanischer Fotograf weiter vermisst
Ein von maskierten Palästinensern entführter peruanischer Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP wurde weiter vermisst. Mehrere palästinensische Fraktionen, darunter die radikalen Gruppen Hamas und Islamischer Jihad, haben die Entführung von Jaime Razuri verurteilt und seine Freilassung gefordert.
Israelische Helferin nach 2 Jahren Haft entlassen
Eine israelische Frau, die wegen Hilfe für militante Palästinenser verurteilt worden war, wurde unterdessen nach zwei Jahren Haft entlassen. Eine Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörde bestätigte, Tali Fahima sei nach Verbüßung von zwei Dritteln ihrer Haftstrafe wieder frei. Fahima, die sich selbst als Friedensaktivistin sieht, hatte 2004 im Flüchtlingslager von Jenin (Westjordanland) Kontakt mit dem örtlichen Anführer des militärischen Fatah-Flügels Al-Aksa-Brigaden, Sakaria Subeidi. Fahima hatte in einer Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft zugegeben, einem "feindlichen Agenten" Informationen übergeben zu haben.
(APA/red)
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