Donnerstag, 4. Jänner 2007

Außenamt bestätigt Echtheit: Video zeigt wirklich die Irak-Geisel Bert Nussbaumer!

  • Timecode-Analyse: Datum der Aufnahme stimmt
  • Großmutter Nussbaumers: "Er ist mager geworden"

Jenes Videoband, das sieben Wochen nach dessen Entführung im Irak den Oberösterreicher Bert Nussbaumer zeigen soll, dürfte echt sein. Das bestätigte Außenamts-Sprecherin Astrid Harz. Auch von US-Seite sei bestätigt worden, dass es sich bei den anderen gezeigten Personen tatsächlich um die vermissten amerikanischen Geiseln handle. Die genaue Prüfung des Videos werde noch Zeit brauchen, so Harz. Außenministerin Ursula Plassnik ergänzte: "Wir gehen allen Spuren, allen Hinweisen nach. Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck hinter den Kulissen." Unterdessen bestätigte Nussbaumers Großmutter, dass die Aufnahmen ihren vermissten Enkel zeigen, und ergänzt: "Er ist mager geworden".

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entführung Nussbaumers, der für die private amerikanische Firma "Crescent Security Group" arbeitet, war Mitte November ein Krisenstab im Außenministerium, dem auch Vertreter des Innen- und Verteidigungsministeriums angehören, eingerichtet worden. Dieser tagt nach wie vor regelmäßig. Kontakt zu den Entführern habe man nicht, auch seien bisher keine Forderungen gestellt worden, hieß es aus dem Außenamt.

Entführte scheinbar unverletzt
Die neu aufgetauchte Aufnahme, die laut eingeblendeter Datumsanzeige kurz vor Weihnachten gemacht worden sein dürfte und insgesamt eine Minute und 40 Sekunden lang ist, zeigt die fünf Entführten, die getrennt voneinander auftreten und unverletzt zu sein scheinen. Einer von ihnen, dunkelhaarig und mit dunklem Bart, spricht mit hörbar österreichischem Akzent auf Englisch. Er sagt (Übersetzung): "Mein Name ist Bert Nussbaumer. Ich bin österreichischer Staatsbürger. Ich arbeite im privaten Sicherheitsgeschäft für Crescent Security im Irak."

Ein Mann, der sich als Jon Cote aus Buffalo, Bundesstaat New York, vorstellt, sagt: "Ich kann nicht freigelassen werden, bis die Gefangenen aus amerikanischen und britischen Gefängnissen freigelassen sind." Drei der Geiseln erklären, sie würden gut behandelt. Von dem fünften Mann, Paul Reuben, sieht man nur den Oberkörper, vor einem geblümten Hintergrund. Diese Aufnahme ist die Einzige, die dem eingeblendeten Datum zufolge am 22. Dezember gemacht wurde.

Datum stimmt
Experten des Außenministeriums zufolge dürfte das Video von dem im Irak entführten Österreicher Bert Nussbaumer und seinen vier amerikanischen Kollegen tatsächlich kurz vor Weihnachten aufgenommen worden sein.

Außenministerin Ursula Plassnik dementierte unterdessen erneut, dass es Lösegeldforderungen gibt. Auf die Frage, ob Lösegeld gefordert worden sei, sagte sie in der "ZiB 1": "Nein. Das ist die Antwort."

Großmutter: "Er ist mager geworden"
Die Großmutter der österreichischen Irak-Geisel, Anna Feichtinger, bestätigt, dass das jüngste Video den Oberösterreicher Bert Nussbaumer zeigt. "Schön, ihn gesehen zu haben, aber er ist mager geworden - hoffentlich geht es ihm halbwegs", sagte sie gegenüber dem "Kurier".

Das Band beginnt mit einem Bild des Koran und einer Karte des Irak auf grünem Hintergrund, dann ist eine arabische Schrift zu sehen, die laut AP Folgendes bedeutet: "Der Nationale Islamische Widerstand im Irak. Die Furkan Brigaden. Die Gefangennahme wurde im Safwan-Distrikt in Basra ausgeführt". Die Entführer sind auf dem Video nicht zu sehen oder zu hören.

Seit 16. November verschleppt
Der 25-jährige Ex-Soldat Nussbaumer aus Altmünster (Bezirk Gmunden) war am 16. November gemeinsam mit vier US-Amerikanern nahe der 200.000 Einwohner zählenden Stadt Safwan an der Grenze zu Kuwait entführt worden. Bereits in der vergangenen Woche hatte es Berichte über ein früheres Video gegeben; eine davon gemachte Tonaufnahme war vom Außenministerium als "mit hoher Wahrscheinlichkeit authentisch" eingeschätzt worden. (APA/red)

4.1.2007 22:09