Schüssel lässt auch VP im Kaffeesud lesen: Keiner weiß, was Kanzler personell vorhat!
- Molterer sicher: Kanzler wird Regierung angehören
- NEWS: Große Koalition aus VP-Sicht nicht wirklich fix!
·"Es ist lange genug verhandelt worden"
Gusenbauer beharrt in NEWS auf den 8. Jänner
·1996 - 2006: Grasser im großen Stylecheck!
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Der Tod von Innenministerin Liese Prokop schockte die Noch-Kanzlerpartei ÖVP - und verschafft ihr zugleich einige Tage unverhoffter Atempause in Sachen Regierungsbildung. Je näher der politische Ultimo rückt, desto spannender wird es für die ÖVP auch intern - was hat Parteichef und Noch-Kanzler Wolfgang Schüssel selbst eigentlich vor?
Nach wie vor dirigiert Schüssel seine Partei mit eiserner Hand. Keiner, auch nicht engste Vertraute, wissen genau, was in den nächsten Tagen passiert. Einer seiner Chefverhandler kryptisch: "Ich habe zu 90 Prozent den Eindruck, dass er selber der neuen Regierung nicht mehr angehören will." Wohl aber werde Schüssel ÖVP-Chef bleiben, wenigstens bis zum Parteitag im April.
Ähnlich ein privater Schüssel-Vertrauter abseits der Politik: "Überhaupt nichts ist entschieden, alles nur Geschwätz von Wichtigmachern. Die Zukunft Wolfgangs hängt vom Ergebnis der Koalitionsverhandlungen ab. Und ich denke, dass er vermutlich nicht mehr in der Regierung sein will - weiterhin Parteichef und halt Nationalratsabgeordneter, ja, das könnte ich mir beim Wolfgang hingegen vorstellen."
In höheren Wirtschaftskreisen ist dementsprechend schon von einem "Modell Helmut Kohl" die Rede - der Oggersheimer blieb auch ganz einfach im Deutschen Bundestag.
Schüssels Zukunft und Grassers Entscheidung. ÖVP-Klubchef Wilhelm Molterer hingegen sieht die Sache völlig anders: Schüssel sollte selbstverständlich der nächsten Regierung angehören, "es wären alle gut beraten, auf so eine Kapazität europäischen Grades nicht zu verzichten".
Und wenn doch?
Dann könnte die Stunde des Karl-Heinz Grasser schlagen. Zumindest bestätigen Schüssel-Vertraute, dass der Kanzler selbst, aber auch einflussreichste VP-Landesfürsten den smarten Finanzminister durchaus als Vizekanzler sehen wollen. Die Begründung ist vor allem eine rein politstrategische, schon im Hinblick auf die nächste Nationalratswahl, spätestens im Jahr 2010: Grasser vs. Gusenbauer - die Comebackchance der ÖVP. "Wenn wir auf Sicht gesehen als Juniorpartner in der Regierung gegen Alfred Gusenbauer eine Chance haben wollen, dann haben wir die größte aufgrund der Popularität und des strategischen Geschicks Grassers", werden dem Swarovski-Gatten vor allem aus der Kanzler-Ecke unverblümt Rosen gestreut.
Immerhin: Grasser, so heißt es, wolle und müsse sich persönlich noch diese Woche entscheiden, ob er weitermachen will oder dem Wunsch seiner Familie folgt, der Politik Ade zu sagen.
Die große Koalition aus ÖVP-Sicht noch nicht wirklich fix
Ebenso unklar ist in der ÖVP die Koalitionsfrage: In Wahrheit, so die Stimmung bei den Abgeordneten des ÖVP-Klubs im Parlament, sei "alles noch relativ offen, der große Zug Richtung Koalition noch nicht abgefahren". Und in diesen Kreisen wird auch eine Grasser-Kür überhaupt nicht goutiert, sondern viel eher der Variante "Vizekanzler Molterer, zugleich auch Finanzminister" der Vorzug gegeben - sollte sich Wolfgang Schüssel persönlich nicht unter das Joch eines Bundeskanzlers Gusenbauer begeben wollen.
Wie auch immer: Der Noch-Kanzlerpartei stehen spätestens ab 11. Jänner harte interne Diskussionen bevor: über Grasser, Schüssel, Molterer - oder gleich einen Neubeginn. Mit Josef Pröll.
Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!
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