Mittwoch, 3. Jänner 2007

Interner Partei-Zwist wegen Studiengebühr:
SP-nahe Tageszeitung ermahnt Gusenbauer

  • Erinnert designierten Kanzler an Wahlversprechen
  • Abrücken wäre "Kniefall" vor 'Koalitionspartner' ÖVP

Im Zusammenhang mit den laufenden Koalitionsverhandlungen gab es aus den eigenen Reihen eine Ermahnung an SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer: Eine SP-nahe Zeitung erinnerte den designierten Bundeskanzler an sein Wahlversprechen, die Studiengebühr generell abzuschaffen und übte gleichzeitig Kritik an dessen jüngstem Kompromissvorschlag.

Gusenbauer hat als Entgegenkommen an die ÖVP vorgeschlagen, die Studiengebühr nur noch für jene Studenten abzuschaffen, die ihre Universitätsausbildung in durchschnittlicher Zeit beenden. Dieser Kompromiss will der einzig verbliebenen roten Tageszeitung Österreichs aber gar nicht schmecken: Die "Kärntner Tageszeitung" macht geltend, dass nicht jeder Student freiwillig bummelt. Vielmehr geschehe dies oft wegen des langen Wartens auf einen Semesterplatz, andere scheiterten am rechtzeitigen Studienabschluss, weil sie gleichzeitig Geld fürs Studieren verdienen müssten.

All jene, die länger als der Durchschnitt zur Beendigung ihres Studiums brauchen, in einen Topf zu werfen, wäre "absurd", schreibt die Politikchefin der "KTZ", Claudia Grabner. Noch absurder sei da nur "jene Realität, die uns vormacht, dass eine rot-schwarze Koalition an der Studiengebühr scheitern kann; an einem finanziellen Klacks; an einem Peanut, wie es bei ihrer Einführung im Jahr 2001 geheißen hat." Der jetzt im Raum stehende Kompromiss würde jedenfalls "nach Kniefall vor dem künftigen Koalitionspartner schmecken". (apa)

3.1.2007 10:28