Samstag, 6. Jänner 2007

Blutiges Familiendrama in Obersteiermark: Mann erschießt Ehefrau und eigenen Sohn

  • Schwiegertochter bei Bluttat mit Kindern im 1. Stock
  • Verständigte Tochter fand ihre leblose Familie vor

Zu einer Bluttat mit drei Toten innerhalb einer Familie ist es in der Oststeiermark gekommen. Ein 67-jähriger Landwirt soll im Erdgeschoss seines Einfamilienhauses seine 65-jährige Ehefrau erschossen haben. Als sein 43-jähriger Sohn Nachschau hielt, tötete der Landwirt auch ihn und beging danach Selbstmord. Die Schwiegertochter, die sich während der Tatzeit mit ihren beiden Kindern (elf und 14 Jahre alt) im ersten Stock des Hauses befand, verständigte die Tochter des Landwirts.

Der Vorfall soll sich laut Polizei gegen 11.30 Uhr in Schäffern (Bezirk Hartberg) zugetragen haben. Im Erdgeschoss tötete der Landwirt zuerst seine Frau mit einer russischen Pistole, die er als Jäger legal besessen hatte, teilte Oberst Alois Eberhart vom Landeskriminalamt Steiermark der APA mit. Der Sohn des Ehepaares befand sich mit seiner Frau und den beiden Kindern im ersten Stock. Als er die Schüsse hörte, ging er ins Erdgeschoss, um nachzusehen. Dort erschoss der Vater auch ihn und tötete sich dann selbst.

Als die Schwiegertochter erneut Schüsse hörte, blieb sie im Obergeschoss und rief die Tochter des Landwirts an. Diese kam mit ihrem Mann zum Haus. Sie fand die Leichen ihrer Eltern und ihres Bruders und alarmierte die Polizei.

Familie bei Eintreffen der Rettungskräfte schon tot
Da das Haus nahe der Grenze zu Niederösterreich liegt, waren zuerst Rettungskräfte aus Aspang (Bezirk Neunkirchen) zur Stelle. Laut dem Sprecher der niederösterreichischen Rettungsleitstelle Lebig, Stefan Spielbichler, waren die beiden Männer und die Frau beim Eintreffen der Rettung bereits tot. Ein dreiköpfiges Kriseninterventionsteam des Landes Steiermark betreute die Angehörigen, ebenfalls ausgerückt war ein Team aus Niederösterreich.

Bürgermeister: "Der ganze Ort unter Schock"
"Der ganze Ort steht unter Schock", berichtete der Bürgermeister von Schäffern, Josef Winkler, der APA. Winkler war ein Jagdkollege des Landwirts: "Wir haben uns sehr gut gekannt, zuletzt waren wir am 28.12. gemeinsam auf Jagd. Auch seine Frau war Jägerin", meinte er. Der 67-Jährige sei Schießmeister gewesen und immer sehr pflichtbewusst, setzte Winkler hinzu. "In der Früh habe ich noch den Sohn und seine Frau beim Bauernball gesehen - und dann so etwas", so der Bürgermeister. Auch der frühere Bürgermeister, Roman Hofer, der den Mann ebenfalls gut kannte, zeigte sich betroffen.

Landwirt hat angeblich psychische Probleme gehabt
Der Landwirt soll psychische Probleme gehabt haben und schon länger in Behandlung gewesen sein. "Aber mit den Tabletten ist es gegangen, er war nur nicht mehr so aktiv wie früher", so Winkler. Dass es Probleme innerhalb der Familie gegeben hätte, habe man nicht gehört.

Die Landwirtschaft des 67-Jährigen - ein Wohnhaus und ein Stall - liegt abgelegen vom Ortskern von Schäffern auf einer Anhöhe und ist über eine Bergstraße zu erreichen. Wie ein Mann der APA schilderte, sei es "eigentlich idyllisch gelegen", in der Nähe befinde sich eine kleine Kapelle.

(apa/red)

6.1.2007 16:13