Der Klassiker des intelligenten Glückspiels: Poker schon seit 500 Jahren auf Erfolgskurs

  • Spielsuchtproblematik bei Poker ein geringes Problem
  • Gefahr, persönliche Finanzen überzustrapazieren

Das Pokerspiel erlebt eine neue Blütezeit. Clubs und Privatcasinos bieten Turniere, Filme dramatische Spielszenen an. Nicht umsonst gilt Poker als Klassiker des intelligenten Glücksspiels. "Der besondere Reiz am Pokern ist, dass Menschen gegeneinander spielen. Sie haben keinen rein rechnerischen Nachteil wie bei Spielen gegen eine Bank", erklärte Casino-Inhaber Thomas Pratter.

"Langfristig setzt sich das Geschick durch, nicht das Glück." Je länger man also dabei bleibe, desto wichtiger würden Taktik und Menschenkenntnis.

Geringer Suchtfaktor
Das könnte auch der Grund für den eher geringen Suchtfaktor des Spieles sein. "Poker ist in der Spielsuchtproblematik ein sehr geringes Problem", erklärte Dr. Michael Musalek, Leiter des Anton-Proksch-Institutes in Wien, im Gespräch mit der APA. Poker-Sucht komme eigentlich nur in Kombination Sucht nach anderen Glücksspielen vor. "Es geht ums Gewinnen und um die Lust am Ungewissen - das ist beim Pokern nicht anders als bei Mensch-Ärgere-Dich-Nicht." Dieses Phänomen, das häufig zu Suchtproblemen führe, spiele jedoch bei Glücksautomaten und anderen reinen Glücksspielen eine viel größere Rolle, erläuterte der Primarius.

Schuldengefahr
Süchtig oder nicht, die Gefahr, die persönlichen Finanzen überzustrapazieren, könne durch den Einfluss der anderen Spieler und durch Überschätzung der eigenen Fähigkeiten größer sein als bei Glücksspielen, gab Pratter zu bedenken, seines Zeichens selbst begeisterter Pokerspieler.

Vorläufer des Poker vor 400 Jahren
Doch aus Filmen bekannte dunkle Hinterzimmer, in denen Uhren, Autos oder gar Frauen verzockt werden, haben nicht die ganze Geschichte des Poker geprägt. In die Saloons des US-amerikanischen Westens kam das Glücksspiel erst im 19. Jahrhundert, seine Vorläufer reichen aber etwa 400 Jahre weiter zurück. Die ältesten Formen, wie das deutsche Pochen und das französische Poque, die dem Poker vermutlich seinen Namen gegeben haben, aber auch das englische Brag, das persische As-nas oder das spanische Primero wurden in Asien und Europa schon jahrhundertelang gespielt, bevor das amerikanische Poker irgendwo am Mississippi seine Geburtsstunde erlebte.

Vielfältige Formen
Bis heute gibt es vielfältige Formen, und auch die Spielregeln werden von jeder Pokerrunde selbst festgelegt. Grundsätzlich beschreibt der Begriff Poker alle Kartenspiele, die mit einem französischen Blatt von zweiundfünfzig Karten gespielt werden und bei denen diese Karten die so genannte Hand bilden. Meistens gewinnt dann die beste Hand, bekannte Beispiele sind Royal und Straight Flush, Four of a Kind oder Full House.

Auch Frauenanteil gestiegen
In Österreich wird das Spiel nicht nur in Casinos und privaten Runden, sondern auch online immer beliebter und das Publikum weiter gefächert. "Während Jugendliche eher online anzutreffen sind, bleiben Pokerrunden in Privatcasinos weiterhin männlich dominiert. Auch der Frauenanteil ist über die vergangenen 20 Jahre aber stark angestiegen", sagte Pratter.

(apa/red)

5.1.2007 11:06
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