Mittwoch, 3. Jänner 2007

Zugunglück in Vorarlberg: ÖBB-Mitarbeiter der Leitstelle Innsbruck wurde suspendiert

  • Laut ÖBB handelt es sich um "normalen Vorgang"

Nach dem Zugunglück in Lochau bei Bregenz ist ein ÖBB-Mitarbeiter der Leitstelle Innsbruck außer Dienst gestellt worden. ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel bestätigte gegenüber der APA einen diesbezüglichen Zeitungsbericht. Laut Zumtobel wurde der Mitarbeiter bereits am Tag des Unfalls nach seiner Einvernahme durch die Kriminalpolizei suspendiert.

Dabei handle es sich um einen "normalen Vorgang", erklärte Zumtobel zu den Angaben im Bericht der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung". "Nach einem solchen Unfall stehen alle Beteiligten unter dem Eindruck des Geschehens", so der ÖBB-Sprecher. Dass dieser bis zur endgültigen Klärung des Unfalls außer Dienst gestellt worden war, sei zum Schutz des Mitarbeiters geschehen.

Der Mitarbeiter werde wie alle Beteiligten psychologisch betreut. Es gelte nach wie vor die Unschuldsvermutung, so Zumtobel. Man müsse die Ergebnisse der Untersuchungen der "Sonderkommission Bahnunfall" des Landeskriminalamts Vorarlberg abwarten.

Bei einem Unfall oder Suizid auf eingleisigen Anlagen wird der Zugverkehr nach ÖBB-Angaben auf dem betroffenen Gleis im Normalfall nicht unbedingt eingestellt. Im Einvernehmen mit der Exekutive könne der Zugverkehr auch langsam vorüber geführt werden. In dem konkreten Fall war der Zug aber mit unverminderter Geschwindigkeit auf die Unfallstelle zugefahren. Nach Polizeiangaben ist die Meldung an die ÖBB wegen der Aufnahme des Todesfalls an den Gleisanlagen zeitgerecht abgesetzt worden. Derzeit wird daher von einem internen Kommunikationsfehler bei den ÖBB ausgegangen. (apa/red)

3.1.2007 09:53