Mittwoch, 3. Jänner 2007

Massiver Neuschneezuwachs im Westen: Große Lawinengefahr in Teilen Nordtirols

  • Wert "4" auf fünfteiliger Gefahrenskala wurde erreicht
  • Allgemeine Kettenpflicht auf höher gelegenen Straßen

Nach den Schneefällen besteht in Teilen Nordtirols große Lawinengefahr. Im Westen - etwa im Außerfern oder im Arlberg- oder Silvrettagebiet - wurde der Wert "4" auf der fünfteiligen Gefahrenskala erreicht. Auf höher gelegenen Straßenverbindungen wurde Kettenpflicht für alle Fahrzeuge verhängt.

Nach Angaben des Lawinenwarndienstes stieg die Lawinengefahr durch den im Westen des Landes teilweise beachtlichen Neuschneezuwachs von bis zu 60 Zentimetern oberhalb von etwa 1.800 Metern auf "groß" an. Die Experten verwiesen auf die sehr schlechte Verbindung des meist locker aufgebauten Altschnees mit dem vom Wind verfrachteten Neuschnee. Nicht nur ein einzelner Wintersportler könnte vor allem oberhalb der Waldgrenze im Steilgelände sehr leicht Lawinen auslösen, es sei auch mit spontanen Lawinenabgängen zu rechnen.

In den östlichen Regionen herrschte unterhalb der Waldgrenze meist mäßige, darüber teilweise erhebliche Gefahr. In eingewehten Hangbereichen könnten besonders in den Expositionen Nordwest über Nord bis Südost bzw. in kammnahen Steilhängen aller Expositionen Lawinen leicht ausgelöst werden.

Die Neuschneemengen betrugen von der Silvretta-Samnaun über das Arlberggebiet, Außerfern und Teilen der Nord- und der Tuxeralpen zwischen 30 und 60 Zentimeter. In den übrigen Regionen Tirols waren es meist um zehn Zentimeter, im südlichen Osttirol blieb es trocken.

Lawinengefahr der Stufe 3 in Vorarlberg
In Vorarlberg herrschte nach ausgiebigen Schneefällen erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfstufigen Gefahrenskala. Die Situation für Wintersportler wurde von der Landeswarnzentrale als "heikel" beurteilt. Lawinenauslösungen seien bereits durch Einzelpersonen möglich. Für die neuschneereicheren Gebiete wurde außerdem mit steigender Gefahr einzelner Selbstauslösungen gerechnet.

Als Gefahrenstellen nannte die Landeswarnzentrale Steilhänge aller Expositionen sowie eingewehte Rinnen und Mulden oberhalb von 1.600 Metern. Vielerorts bestehe nur eine schwache Bindung zur ungünstigen Altschneedecke. Durch zum Teil stürmischen Wind mit Böen über 100 km/h entstanden umfangreiche Triebschneeansammlungen.

Nördlich des Klostertals und des Walgaus fielen insgesamt 40 bis 50 Zentimeter Neuschnee, lokal auch mehr. In den südlicheren Regionen kamen bis zu 30 Zentimeter Neuschnee hinzu. (apa/red)

3.1.2007 10:44