Mittwoch, 27. Dezember 2006

Christkindl war heuer besonders fleißig: Umsätze zu Weihnachten über dem Vorjahr

  • Trend zu Gutscheinen und Bargeldgeschenken
  • Vierter Einkaufssamstag leicht unter Erwartungen

Der österreichische Handel blickt auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft 2006 zurück. Zwar liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, da Gutschein- und Bargeldgeschenke in den Tagen nach Weihnachten eingelöst werden, aber schon bisher sei das Geschäft "sensationell" gelaufen, hieß es etwa aus der Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf bei Wien. Eine Beobachtung, die Handelsforscher in einer ersten Einschätzung bestätigen.

Allerdings hatte es vergangene Woche noch geheißen, das Geschäft in den ersten Wochen laufe schlechter als im Vorjahr, nun hoffe man auf einen starken Endspurt. Die umsatzstärksten Wochenenden waren jedoch nach jetzigen Erkenntnissen jene um den 2. und 3. Advent. Im vergangenen Jahr wurden im Weihnachtsgeschäft rund 1,4 Mrd. Euro umgesetzt.

In Österreichs größtem Shoppingcenter, der SCS am Rande von Wien, rechnet man mit einem "Umsatzplus von einigen Prozent", so Vorstand Christoph Adamek auf APA-Anfrage. Lediglich das Wintersportgeschäft sei nicht ganz so gut gelaufen. Allerdings habe der Schneemangel wohl dazu geführt, dass die Kunden mehr Zeit zum Einkaufen hatten. Positiv habe sich auch die insgesamt gute Wirtschaftslage ausgewirkt.

Wie schon andere Branchenvertreter an den Wochenenden zuvor jubelt die SCS über ein starkes Gutscheingeschäft. "An einigen Tagen haben wir 120.000 bis 130.000 Euro Umsatz mit Geschenkgutscheinen gemacht. Der Trend hält weiter an", so Adamek. Etwas schwächer war hingegen das Geschäft am letzten Einkaufssamstag. Adamek vermutet, dass der angekündigte Ansturm auf die Geschäfte dazu geführt haben, dass Einkäufe vorgezogen wurden.

Insgesamt zeigte sich der niederösterreichische Handel ebenso zufrieden wie die SCS in Vösendorf. Karl Ungerbäck von der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Niederösterreich sprach heute, Mittwoch, von einem "ganz hervorragendem" Geschäft, wobei eben der vierte Adentsamstag schlechter gelaufen sei als der Samstag eine Woche zuvor. Das erwartete Plus an Einnahmen von zwei Prozent im gesamten Weihnachtsgeschäft könne aber wohl erreicht werden, so Ungersbäck.

Salzburg, Oberösterreich und Wien meldeten bereits am Wochenende gute Zahlen. In der Salzburger Innenstadt herrschte am vierten Adventsamstag schon in den frühen Vormittagsstunden reger Betrieb. Der Handel war mit den Umsätzen zufrieden. Besonders Buchhandlungen, Parfümerien, Musikgeschäfte und der Textilhandel profitierten von den Einkäufen in letzter Minute. Aus Linz hieß es, dass man mit einem "guten Weihnachtsgeschäft auf sicherlich sehr hohem Niveau" zurückblicke.

Tirol vermeldete einen "ganz guten" Geschäftsverlauf für den vierten Adventsamstag. Der 23. sei noch ein "sehr starker Samstag" gewesen - wenn auch nicht so stark wie der dritte Adventsamstag. Man habe diesbezüglich aber auch mit nichts anderem gerechnet. Insgesamt erwarte man für das Weihnachtsgeschäft in Tirol ein leichtes Plus von 1 bis 2 Prozent, sagte Alois Schellhorn von der Wirtschaftskammer Tirol.

Etwas gedämpfter ist die Stimmung in Vorarlberg: "Ganz euphorisch ist niemand, aber jammern tun wenige." So fasste WK-"Händlerchef" Manfred Fiel auf APA-Anfrage die Stimmung unter den Vorarlberger Kaufleuten zusammen. Im Ländle hätte der Handel in den vergangenen Jahren "immer ein leichtes Plus" im Weihnachtsgeschäft geschrieben, damit sei auch für 2006 zu rechnen. Kärnten rechnet mit einem Plus von 1,5 Prozent.

Der Wiener Handel verzeichnete in der letzten Adventwoche laut Wirtschaftskammer Wien ein Plus von rund drei Prozent im Vergleich zur Woche davor. Papierwaren, Schmuck- und Parfümeriehandel zogen am 23. Dezember in der Bundeshauptstadt kräftig an.

Im Burgenland rechnet man heuer mit einem Plus von zwei Prozent. Vor allem der dritte und der vierte Einkaufssamstag bescherten den Geschäftsleuten sehr gute Umsätze. Insgesamt beläuft sich der Umsatz im Weihnachtsgeschäft auf knapp über 35 Mio. Euro, schätzt die Wirtschaftskammer Burgenland.

Damit sich nicht nur der Handel, sondern auch der Beschenkte freut, hat die Arbeiterkammer heute noch einmal auf die Fallstricke beim Verschenken von Gutscheinen sowie beim Umtausch hingewiesen. Grundsätzlich gilt: Das Umtauschen von Waren ist keine Selbstverständlichkeit. Lediglich wenn die Ware Mängel aufweist, gibt es das Recht auf Gewährleistung. Wer Gutscheine zu Weihnachten bekommt, sollte auf deren Ablaufdatum schauen. Steht keines drauf, sind sie 30 Jahre lang gültig.

(apa/red)

27.12.2006 13:04