'Ziel ist Top-3-Platz & Tagessieg': ÖSV-Skisprung-Asse blasen zum Oberstdorf-Angriff!
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·INTERVIEW: ÖSV-Star Gregor Schlierenzauer
Talent aus Tirol im Wort- laut. Plus: Steckbrief
Österreichs Skisprung-Asse blasen vor dem Auftakt zur 55. Vierschanzen-Tournee in Oberstdorf zum Großangriff. Trotz betonter Gelassenheit und zurückhaltender Prognosen stand den glorreichen Sieben und ihrem Cheftrainer Alexander Pointner im Mannschaftshotel die Vorfreude auf den ersten Saisonhöhepunkt ins Geschicht geschrieben. "Unser Ziele sind, in der Gesamtwertung einen Top-Drei-Platz zu holen und zumindest einen Tagessieg zu feiern", gab Pointner die vorläufige Marschroute vor.
Sein Rennsportdirektor Toni Innauer betonte in Anspielung auf das bescheidene Abschneiden bei der vergangenen Tournee, als Andreas Kofler als Achter der beste ÖSV-Adler in der Gesamtwertung war: "Das Wichtigste ist, dass wir eine bessere Figur machen als im Vorjahr. Da liegt die Latte allerdings nicht sonderlich hoch." Innauer wies außerdem auf die Bedeutung der Tournee hin: "Ein sehr wichtiges, für den Wintersport identitätsstiftendes Ereignis. Doppelt wichtig daher, dass die Tournee programmgemäß über die Bühne geht."
Pointner holte im Jahr eins nach dem Olympia-Siegen im Teambewerb und auf der Großschanze (Thomas Morgenstern) mit dem deutschen Co-Trainer Marc Nölke und Physiotherapeut Herbert Leitner zwei Neue ins Boot, er weiß: "Im Vorjahr hätte sich jeder mehr erwartet. Heuer sind sechs von uns fix für den ersten Bewerb qualifiziert. Wir haben wesentlich weniger Druck, das spricht für uns." Nach einem laut Innauer "sehr guten Training" am Bergisel berichtete "Pointex": "Alle haben leuchtende Augen und freuen sich auf die Tournee. Außerdem haben wir einen Weltmeister (Schlierenzauer/Junioren) und einen Olympiasieger (Morgenstern/Anm.) in unseren Reihen."
Das heißeste und zugleich jüngste rot-weiß-rote Eisen, der zweifache Saisonsieger Gregor Schlierenzauer, betritt auf der Schattenbergschanze einmal mehr Neuland: "Ich kenne sie noch nicht. Aber die Schanze in Engelberg habe ich auch nicht gekannt (WC-Sieg und 3. Platz am 16./17. Dezember/Anm.). Daher werde ich auch hier relaxed und ohne Druck springen. Ich möchte einfach die Sprünge zeigen, die ich drauf habe, dann kann ich sicher aufs Podest kommen." Der 16-jährige Tiroler gesteht vor seiner Tournee-Premiere: "Der ganze Rummel ist schon enorm. Im Vorjahr bin ich noch Alpen-Cup gesprungen, da war natürlich gar nichts los."
Der Doppel-Olympiasieger von Turin, Thomas Morgenstern, hat aus dem bitteren Vorjahres-K.o. im ersten Oberstdorf-Durchgang seine Lehren gezogen: "Da wollte ich es erzwingen und habe gesehen, dass das nicht funktioniert. Seither habe ich viel erreicht und daher habe ich heuer weniger Druck." Nach einem turbulenten Sommer, zu medialem Olympiasieger-Trubel und Matura kam noch eine Knöchelverletzung, hat sich der Kärntner mit einem dritten Platz in Lillehammer erstmals zurückgemeldet. "Jetzt befinde ich mich auf einem guten körperlichen und technischen Niveau. Ich freue mich auf eine super Tournee, alles ist möglich."
Alles oder zumindest sehr viel möglich sollte auch für den Olympia-Silbernen Andreas Kofler und Martin Koch sein. "Die Tournee ist jedes Jahr eine Riesen-'Gaude', ich freue mich total auf die Atmosphäre. Über die Feiertage habe ich mich voll erholt", erklärte der Tiroler Kofler, dessen bisher bestes Saisonergebnis ein sechster Platz in Lillehammer ist. Der Kärntner Koch kann sich der Tournee-Begeisterung nicht ganz anschließen: "Für mich hat sie nicht oberste Priorität. Es sind einfach vier Springen innerhalb weniger Tage."
Der 32-jährige Team-Oldie Martin Höllwarth, der so wie Titelverteidiger Janne Ahonen seine 15. Tournee bestreitet, ließ sich nicht in die Karten blicken: "Ich gehe sehr gelassen in die Tournee. Ich springe zwar noch nicht konstant, aber die Form ist schon viel besser." Wolfgang Loitzl, der bisher in vier von fünf WC-Springen in den Top-Ten landete, hofft auf eine Steigerung: "Ich habe meine Erwartungen bisher nicht umsetzen können. Zur Zeit wäre ich sicher ein guter Teamspringer. Mein Ziel für die Tournee ist es, das verlorene Selbstvertrauen wieder zurückzugewinnen."
Österreichs bisher letzter Tournee-Gesamtsieger Andreas Widhölzl (1999/2000), der mit seinem Kontinental-Cup-Sieg in Engelberg als Letzter auf den Tournee-Zug aufsprang, meinte: "Ich bin zunächst einmal froh, dass ich da bin. Sonst hätte ich Silvester zum ersten Mal seit 17 Jahren zu Hause feiern können. Mit mir rechnet heuer niemand und das ist immer gut."
(apa/red)
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