Historischer Sieg für Michael Walchhofer: Salzburger gewinnt auch 2. Bormio-Abfahrt!
- Mario Scheiber als Dritter hinter dem Italiener Fill
- Hermann Maier schwer geschlagen. Miller auf Platz 4
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Bei Michael Walchhofer ist der Knoten kurz vor Jahreswechsel geplatzt. Der Salzburger gewann auch die zweite Weltcup-Abfahrt in Bormio und verscheuchte damit quasi im Alleingang das Krisengerede aus den Lagern des ÖSV-"Power Teams" sowie der Skimarke Atomic. Der 31-Jährige verwies auf der "Stelvio" den Italiener Peter Fill, der ein sensationelles Finish hinlegte, und den Tiroler Mario Scheiber, der wie am Donnerstag Dritter wurde, auf die Plätze.
Dahinter folgten Bode Miller (USA), Abfahrts-Weltcup-Leader Didier Cuche und Gesamt-Weltcup-Spitzenreiter Aksel Lund Svindal. Die restlichen Österreicher landeten im geschlagenen Feld.
Walchhofer hatte auf den Abfahrtsstrecken der Ski-Welt in den vergangenen beiden Jahren klar dominiert, das Erbe von Stephan Eberharter nach dessen Rücktritt angetreten und 2005 und 2006 die Kleine Kristallkugel erobert. In der laufenden Saison war es für den Hotelier aus Zauchensee aber bis Bormio nicht wirklich rund gelaufen. Die Abfahrts-Plätze 10 (Lake Louise), 5 (Beaver Creek) und 16 (Gröden) waren für Walchhofersche Verhältnisse eine magere Ausbeute.
Mit dem wiedergewonnen Selbstvertrauen nach seinem ersten Saisonsieg 24 Stunden davor wies Walchhofer auch am Freitag mit Startnummer 30 die Konkurrenz wie in "alten Zeiten" in die Schranken. "So schnell kann die Wende kommen. Wenn man gut vorbereitet ist, und das waren wir", konnte Walchhofer nach seinem elften Weltcup-Sieg neuerlich strahlen. "Hätte mich vorgestern jemand gefragt, wäre ich auch mit einem vierten Platz hier in Bormio zufrieden gewesen." Nun will Walchhofer zu Silvester die Korken knallen lassen: "Da wird eine Sektflasche wohl nicht ausreichen."
Walchhofer schaffte mit seinem Bormio-Double auch Historisches. Der Abfahrts-Weltmeister 2003 ist der erste Skifahrer, der bereits zwei Weltcup-Doppel-Abfahrten für sich entschieden hat. Selbiges war Walchhofer bereits am 18. und 19. Februar 2005 in Garmisch-Partenkirchen gelungen. Das WM-Ticket Walchhofers hatte zwar zuvor auch nicht wirklich gewackelt, spätestens seit Bormio ist es nun aber hundertprozentig fix. "Die Trainer wissen, dass ich bei Großereignissen immer um Medaillen mitfahren kann. Da ist es wichtig, dass man die Nerven nicht wegschmeißt."
Ebenfalls ein heißer Kandidat für die WM-Abfahrt wird immer mehr der zweifache Bormio-Dritte Scheiber. "Ich habe wieder einen super Lauf erwischt, bin sehr zufrieden, glücklich und fast sprachlos." Zum Thema WM meinte der Tiroler nur: "Ich habe auf mich aufmerksam gemacht. Jetzt können mich die Trainer nicht mehr übersehen. Aber ich denke noch nicht an die WM, denn bis dahin stehen noch viele Rennen auf dem Programm. Die WM ist für mich noch kein Thema."
Doch die weiteren ÖSV-ler enttäuschten am Donnerstag, zwischen Walchhofer/Scheiber und den restlichen Startern klaffte ein großes Loch: Hans Grugger und Klaus Kröll wurden ex aequo 16., Andreas Buder und Fritz Strobl ex aequo 18.. Christoph Gruber (24.), Benjamin Raich (26.) und der ratlos wirkende Hermann Maier (28.) landeten noch tiefer im geschlagenen Feld.
Bis zur Fahrt Walchhofers hatte es nach dem ersten Weltcup-Erfolg des in der WM-Saison sensationell starken Peter Fill ausgesehen. Der Kastelruther deklassierte im unteren Teil die Konkurrenz schwer. "Ich bin wohl in der Form meines Lebens. Warum, weiß ich eigentlich gar nicht. Vielleicht klappt es irgendwann einmal mit meinem ersten Sieg, ich werde hart weiterarbeiten. Das ist auch eine Frage des Glücks." Zu seiner Fabellinie im Finish meinte Fill, der auf den letzten 18 Fahrsekunden auch 0,45 Sekunden schneller als Walchhofer war: "Ich habe keine Kraft mehr gehabt und den Ski laufen lassen. Anscheinend in der richtigen Linie."
Fill ist Vierter im Gesamt-Weltcup. An der Spitze gibt es einen heißen Dreikampf zwischen Svindal (579 Punkte), Miller (540) und Cuche (535). Walchhofer ist als bester Österreicher Fünfter (340), Titelverteidiger Raich weist bereits 301 Punkte Rückstand auf Svindal auf.
| 1. | Michael Walchhofer | AUT | 1:51,82 Minuten | |
| 2. | Peter Fill | ITA | 1:52,04 | +0,22 Sek. |
| 3. | Mario Scheiber | AUT | 1:52,09 | +0,27 |
| 4. | Bode Miller | USA | 1:52,21 | +0,39 |
| 5. | Didier Cuche | SUI | 1:52,32 | +0,50 |
| 6. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:52,36 | +0,54 |
| 7. | Marco Büchel | LIE | 1:52,43 | +0,61 |
| 8. | Patrick Staudacher | ITA | 1:52,55 | +0,73 |
| 9. | Andrej Jerman | SLO | 1:52,65 | +0,83 |
| 10. | Bruno Kernen | SUI | 1:52,66 | +0,84 |
| 11. | Kurt Sulzenbacher | ITA | 1:52,74 | +0,92 |
| 12. | Marco Sullivan | USA | 1:52,78 | +0,96 |
| . | Roland Fischnaller | ITA | 1:52,78 | +0,96 |
| 14. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 1:52,84 | +1,02 |
| 15. | Erik Guay | CAN | 1:52,86 | +1,04 |
| 16. | Hans Grugger | AUT | 1:52,93 | +1,11 |
| . | Klaus Kröll | AUT | 1:52,93 | +1,11 |
| 18. | Andreas Buder | AUT | 1:52,96 | +1,14 |
| . | Fritz Strobl | AUT | 1:52,96 | +1,14 |
| 20. | Tobias Grünenfelder | SUI | 1:52,97 | +1,15 |
| 21. | Steven Nyman | USA | 1:53,02 | +1,20 |
| 22. | Didier Defago | SUI | 1:53,07 | +1,25 |
| 23. | Yannick Bertrand | FRA | 1:53,25 | +1,43 |
| 24. | Christoph Gruber | AUT | 1:53,41 | +1,59 |
| 25. | Pierre-Emmanuel Dalcin | FRA | 1:53,43 | +1,61 |
| 26. | Benjamin Raich | AUT | 1:53,45 | +1,63 |
| 27. | Stephan Keppler | GER | 1:53,53 | +1,71 |
| 28. | Hermann Maier | AUT | 1:53,54 | +1,72 |
| 29. | Marc Bottolier-Lasquin | FRA | 1:53,62 | +1,80 |
| 30. | Patrik Järbyn | SWE | 1:53,70 | +1,88 |
(red)
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