Schwere Explosion in Madrid: 2 Vermisste nach ETA-Anschlag auf Flughafen Barajas
- Anrufer warnte vor Terrorakt: 26 Leichtverletzte
- ETA übernimmt Verantwortung: Waffenruhe beendet

Nach dem Autobombenanschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA auf den Madrider Flughafen Barajas werden noch zwei Menschen vermisst. Sie werden nach Angaben der Rettungskräfte unter den Trümmern des zerstörten Parkhauses vermutet, wo der Sprengsatz am Samstag explodiert war. Die spanische Regierung hat unterdessen nach dem Attentat ihre Gespräche mit der ETA unterbrochen.
Bei einem der Vermissten handelt es sich um einen 19-jährigen Ecuadorianer. Er hatte in seinem Wagen ein Nickerchen gemacht, während seine Freundin Angehörige am Flughafen abholte. Bei dem Attentat wurden nach jüngsten Berichten zudem 26 Menschen leicht verletzt.
Nach Ansicht der spanischen Regierung hat die ETA mit dem Anschlag ihre neunmonatige "Waffenruhe" beendet. "Ich habe beschlossen, alle Initiativen zu Gesprächen mit der ETA auszusetzen", sagte Ministerpräsident Zapatero am Samstagabend. Der Friedensprozess war im Juni eingeleitet worden. Die ETA hatte im März einen dauerhaften Waffenstillstand ausgerufen und seitdem keine Anschläge mehr verübt.
Der nun erfolgte Anschlag auf ein Parkdeck am größten Madrider Flughafen wurde nach einem Bekenneranruf der baskischen Separatistengruppe ETA zugeschrieben, die seit 1968 etwa 850 Menschen getötet hat. Etwa 45 Minuten nach einer telefonischen Warnung im Namen der ETA war gegen 09.30 Uhr in einem der Parkhäuser des kürzlich eröffneten Terminals 4 eine in einem Lieferwagen versteckte Zeitbombe detoniert.
Die Polizei hatte zuvor Tausende Passagiere zur Sicherheit auf die Rollbahn gebracht. Der Flugbetrieb war stundenlang unterbrochen. Über dem Flughafen war kilometerweit eine Rauchsäule zu sehen. (apa)
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