Dienstag, 26. Dezember 2006

Nicht mehr auf "Achse des Bösen"?: USA bieten Nordkorea Streichung von Liste an

  • Nur wenn Pjöngjang auf Atomprogramm verzichtet
  • UNO-Chef Ban Ki Moon mahnt zu weiterer Geduld

Die USA haben Nordkorea laut südkoreanischen Angaben eine Streichung von der Liste terrorverdächtiger Staaten angeboten, sollte die Regierung in Pjöngjang auf ihr Atomprogramm verzichten. Dieser Punkt sei einer von einer Reihe von Angeboten gewesen, die Washington bei den internationalen Verhandlungen in der vergangenen Woche gemacht habe, erklärte der südkoreanische Gesandte Chun Yung Woo.

Die USA hätten auch eine Sicherheitsgarantie, einen Friedensvertrag und die Normalisierung der Beziehungen ins Gespräch gebracht. Im Kern gehe es darum, "dass alles möglich ist, wenn Nordkorea auf sein Atomprogramm verzichtet, und nichts geht, wenn es dies ablehnt", sagte Chun dem Nachrichtensender YTN. Nordkorea habe das Angebot bei den Sechs-Parteien-Gesprächen in Peking zunächst nicht kommentiert, aber zugesagt, es genauer zu prüfen.

Die ersten Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm seit mehr als einem Jahr waren in Peking ohne greifbare Ergebnisse beendet worden. In einer Abschlusserklärung vereinbarten die Beteiligten, sich "zur frühest möglichen Gelegenheit" wieder zu treffen. Ein Termin wurde aber nicht genannt. Beteiligt sind neben Nordkorea und den USA auch Südkorea, Japan, Russland und China.

Der künftige UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte Bedauern, dass noch kein Durchbruch erzielt wurde. Der Südkoreaner mahnte bei einem Besuch in seiner Heimat aber zu weiterer Geduld.

(apa/red)

26.12.2006 16:33