Dienstag, 26. Dezember 2006

Schwere Kämpfe in Solamia: Islamisten ziehen sich zurück "um Krieg zu gewinnen"

  • Reaktion auf Angriffe der äthiopischen Armee
  • 5 Gebete pro Tag: Geistlicher drohte mit Hinrichtung

Nach mehrtägigen heftigen Kämpfen mit der äthiopischen Armee haben sich die Truppen der somalischen Islamisten aus mehreren Frontstellungen zurückgezogen. Die islamischen Kämpfer zogen sich unter anderem aus den Städten Dinsoor und Burhakaba (Bur Haqaba) zurück, wie ein Sprecher der Islamisten der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dabei handle es sich aber um einen "militärischen Rückzug", der dem Ziel diene, den Krieg zu gewinnen. Dinsoor und Burhakaba liegen nicht weit entfernt von Baidoa, dem Sitz der somalischen Übergangsregierung.

Augenzeugen bestätigten, dass die Einheiten des Rats der Islamischen Gerichte ihre Stellungen an der Hauptfront bei der im Westen gelegenen Stadt Baidoa mehr als 50 Kilometer nach Südosten verlegten. "Wir sind heute morgen aufgewacht, und die Stadt war leer, kein einziger islamischer Kämpfer ist noch da", sagte ein Bewohner von Burhakaba. Im Norden des Landes zogen Regierungstruppen und äthiopische Einheiten in der Stadt Bulo Barde ein. Dort hatte ein islamischer Geistlicher vor zwei Wochen mit der Hinrichtung für alle gedroht, die sich nicht fünf Mal am Tag zum Gebet niederließen.

Der äthiopische Präsident Meles Zenawi hatte erklärt, dass er Truppen nach Somalia geschickt habe. Er begründete dies mit dem Kampf gegen internationale Terroristen und der Wahrung äthiopischer Interessen. Daraufhin griffen äthiopische Kampfflugzeuge am Montag die beiden internationalen Flughäfen in Mogadischu und Baledogle an.

Das nordostafrikanische Land kommt seit dem Sturz von Diktator Siad Barre 1991 nicht zur Ruhe. Die 2004 eingesetzte Übergangsregierung ist weitgehend machtlos; die Milizen der Vereinigung der Islamischen Gerichte kontrollieren inzwischen weite Teile des Landes einschließlich Mogadischu. Das stark christlich geprägte Äthiopien unterstützt die international anerkannte Übergangsregierung.

Äthiopien fliegt neue Angriffe
Äthiopische Kampfjets haben erneut somalische Rebellen mit Raketen angegriffen. Nach Angaben der islamistischen Rebellen kamen bei den Bombardierungen mindestens drei Aufständische ums Leben, vier wurden verletzt.

Die äthiopische Luftwaffe griff damit den dritten Tag in Folge in die Kämpfe im Nachbarland Somalia ein. Die dortige Übergangsregierung und die oppositionellen Islamisten tragen seit Jahren einen Konflikt aus.

(apa/red)

26.12.2006 11:32