Zwei Jahre nach Tsunami-Katastrophe: Stilles Gedenken an mehr als 220.000 Flut-Opfer
- Schweigeminuten, Gebete & Kerzenwache am Strand
- Nur wenige ausländische Teilnehmer bei Trauerfeiern
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·Tsunami-Warnung für Japan aufgehoben
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·Indonesien: Suche nach Vermissten
Viele noch immer von Außenwelt abgeschnitten
·Stichwort: Tsunami - Berge aus Wasser!
Flutwellen können Höhe von bis zu 30 m erreichen
·Tsunami: Satelliten- Bilder aus der Region!
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Mit Schweigeminuten, Kerzenwachen und Gebeten haben zwei Jahre nach dem verheerenden Tsunami tausende Menschen in Thailand, Indonesien und Indien Gedenkveranstaltungen für die mehr als 220.000 Toten der Katastrophe abgehalten. Auf der thailändischen Urlauberinsel Phuket versammelten sich rund tausend Menschen am Strand von Patong zur stillen Trauer.
Etwa 500 weitere Menschen nahmen an einem Gottesdienst in dem Fischerdorf Ban Nam Khem teil. An den Veranstaltungen waren deutlich weniger ausländische Touristen als vor einem Jahr beteiligt. Am schwersten betroffen war damals die indonesische Provinz Aceh. Seit Tagen kämpfen die Bewohner dort erneut mit schweren Überschwemmungen. Unwetter gab es auch in Malaysia.
Am Strand von Patong versammelten sich rund 1.000 Menschen um 4.00 Uhr MEZ für eine Schweigeminute. Vertreter von rund 50 Ländern waren zur Einweihung eines Friedhofes in Ban Maruan angemeldet, wo mehr als 400 nicht identifizierte Tsunami-Tote begraben sind. An dem von buddhistischen, christlichen und muslimischen Geistlichen geleiteten Gottesdienst in Ban Nam Khem nahmen nur sehr wenige Ausländer teil. Das Dorf ist zu einem Symbol der Flutwellenkatastrophe vom 26. Dezember 2004 geworden. In Thailand starben 5.400 Menschen, die Hälfte davon waren Touristen.
Mit Kerzenwachen und Gebeten gedachten tausende Menschen auf den Nikobaren und Andamanen der Opfer. Die Einwohner von Port Blair, der Hauptstadt der Nikobaren, legten eine Schweigeminute ein. Das Inselarchipel an der Südostküste Indiens verlor bei der Flutwellenkatastrophe rund 3.500 Menschen, insgesamt hatte Indien 16.000 Tote zu beklagen.
"Tag der Sicherheit"
Sri Lanka rief den Dienstag zum "Tag der Sicherheit" aus. Mit einer Reihe von Veranstaltungen wollte die Regierung das Bewusstsein der Menschen stärken, wie sie künftig auf derartige Katastrophen reagieren sollen. Auf dem Inselstaat kamen damals 31.000 Menschen um, rund eine Million wurde obdachlos. Der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan kritisierte die Konfliktparteien in Sri Lanka, die seiner Ansicht nach den Wiederaufbau dort wesentlich erschweren. Der Konflikt zwischen der Regierung und den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) hatte sich ungeachtet eines im Februar 2002 geschlossenen Waffenstillstandes in den vergangenen Monaten verschärft.
In der indonesischen Hauptstadt Jakarta spielten Straßenkünstler Szenen des Tsunami-Unglücks nach. Demonstranten forderten einen schnelleren Wiederaufbau der zerstörten Dörfer. Allein in Aceh starben damals 168.000 Menschen, mehr als 600.000 wurden obdachlos.
Unwetter: 300.000 Menschen in Aceh obdachlos
Seit Tagen geht schwerer Monsunregen auf Sumatra und das benachbarte Malaysia nieder. Bisher 300.000 Menschen wurden in den Provinzen Aceh und Nord-Sumatra obdachlos. Mindestens 110 Menschen starben durch die Fluten und durch Erdrutsche. Die Regierung schickte 1000 Soldaten und 20 Tonnen mit Hilfsgütern in die betroffenen Gebiete. In Malaysia starben bislang mindestens acht Menschen, 130.000 Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden.
Viele Fragen zur Verwendung von Tsunami-Geldern
Schweden und Finnland fordern gemeinsam mit fünf weiteren Staaten eine Prüfung über den Verbleib von Geldern und anderen Unterstützungsleistungen nach der Tsunami-Katasprophe. Das bestätigten diplomatische Vertreter beider nordeuropäischer Länder am Weihnachtswochenende. Thailändische und internationale Medien hatten davor berichtet, dass Hilfsmittel in der Höhe von Hunderttausenden Dollar, beziehungsweise Euro in Thailand verschwunden seien.
Bei den anderen Geberländern, die von den thailändischen Behörden eine Untersuchung fordern, handelt es sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge um Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und die USA. Die USA sollen angeboten haben, eine unabhängige Untersuchung zu finanzieren.
Laut einer Vertreterin der schwedischen Botschaft in Thailand geht es bei den fraglichen Unterstützungsleistungen um solche, die der Identifizierung von Flutopfern dienen sollten. Schweden habe sich diesbezüglich allerdings nicht mit Geldmitteln, sondern mit anderen Maßnahmen, etwa Schulungen von Personal für die Identifizierung von Opfern, beteiligt.
Ein Vertreter des finnischen Außenministeriums, Pasi Tuominen, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur STT, das Fehlen von Hilfsgeldern schon seit längerem bekannt gewesen.
(apa/red)
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