Freitag, 29. Dezember 2006

Brandserie hält Feuerwehr in Graz ganz
schön auf Trab: Drei Brände in einer Straße

  • Lagerhalle in Flammen - War es Brandstiftung?

Der Brand einer Lagerhalle in Graz führte zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Rettung und Polizei. Nachdem auf dem selben Areal zunächst einige Mistkübel sowie Papier vor einer Wohnung gebrannt hatten, brach kurze Zeit später auch Feuer in der Lagerhalle aus. Der Brand ließ sich wegen der Blechummantelung der Halle nur schwer unter Kontrolle bringen, 32 Personen aus einem angrenzenden Wohnhaus mussten evakuiert werden.

Den ersten Einsatz hatte die Feuerwehr in der Herrgottwiesgasse 117. Dort brannten in einem Verschlag einige Mistkübel. Das Feuer konnte innerhalb kurzer Zeit gelöscht werden. Nur eine halbe Stunde später gab es den nächsten Alarm in einem Wohnhaus neben dem Müllverschlag. Ein Bewohner, der bereits geschlafen hatte, war durch seinen Hund aufgeweckt und auf Flammen vor seiner Türe aufmerksam geworden. Nach Angaben der Feuerwehr handelte es sich in diesem Fall eindeutig um Brandstiftung, da jemand Papier übergossen und angezündet hatte. Der Mann musste mit leichter Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden.

Um 3.30 kam es schließlich zum Großeinsatz, als die Lagerhalle auf dem selben Gelände brannte. Das Gebäude stand zwar leer, war aber mit rund zwei Meter hohen Blechplatten verkleidet, was die Löscharbeiten sehr erschwerte. Das Feuer breitete sich im Dach des Gebäudes aus und war dadurch von außen nicht zugänglich. Ein Durchdringen zum Dachstuhl war unmöglich, die Blechplatten mussten erst heruntergeschnitten werden.

"Ich habe noch nie in meinem Leben eine derartige Behinderung bei der Brandbekämpfung gehabt", schilderte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Josef Milla. Dazu kam erschwerend, dass durch die Kälte das Löschwasser sofort gefror. "Dort, wo es nicht heiß war, war es durch das Löschwasser eisig." Aus diesem Grund musste auch der Grazer Wirtschaftshof mit Streugeräten erstmals in diesem Winter ausrücken - der Löschschaum und das Eis sorgten für eine solche Glätte, dass die Brandbekämpfung erst nach mehrmaliger Streuung möglich war.

Durch den Brand der Lagerhalle gab es eine derart starke Rauchentwicklung, dass die Bewohner eines dahinter liegenden Hauses evakuiert werden mussten. 32 Personen wurden gegen 5.00 Uhr aus ihren Wohnungen geholt und in einen bereitgestellten Bus der Grazer Verkehrsbetriebe gebracht. Dort wurden sie mit heißem Tee versorgt, bis sie gegen 6.30 Uhr wieder zurück in das Haus konnten, schilderte Wolfgang Hübel vom Katastrophenschutzreferat. Zwei Bewohner des Hauses klagten am Vormittag über Beschwerden und wurden zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht.

(apa/red)

29.12.2006 13:40