Elsner hat Spital verlassen: Ex-BAWAG- Boss wieder in seiner Villa in Südfrankreich
- Staatsanwaltschaft Wien: Elsner unter Hausarrest
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Trotz einem europäischen Haftbefehl und einer österreichischen Anklage dürfte Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner die Weihnachtsfeiertage in seiner Villa in Südfrankreich verbringen. Der nach Angaben seines Anwalts schwer herzkranke 71-jährige hatte vor einigen Tagen das Universitätsspital "La Timone" in Marseille verlassen, wo er seit Ende November war, und halte sich nun in seiner Villa im südfranzösischen Mougin auf, bestätigten Justizsprecher in Österreich und Frankreich.
Elsner kämpft seit Monaten unter Verweis auf eine angebliche Herzkrankheit mit rechtlichen Mitteln gegen seine Auslieferung nach Österreich. Nach Angaben seines österreichischen Anwalts, Wolfgang Schubert, müsse er wegen seiner Herzkrankheit operiert werden, sobald sich sein Zustand stabilisiere. Der Ex-BAWAG-Chef ist wegen des Verdachts der Untreue, schweren Betrugs und Bilanzfälschung im Zusammenhang mit Milliarden-Spekulationsverlusten bei der BAWAG angeklagt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Zuletzt war Elsner nach Angaben seines Anwalts am 29. November in die Universitätsklinik "La Timone" in Marseille aufgenommen worden, genau am selben Tag, als der Kassationsgerichtshof in Paris seinen Einspruch gegen die Auslieferung nach Österreich abgewiesen hatte. "Vor ein paar Tagen" habe der ehemalige BAWAG-Chef die Marseiller Universitätsklinik verlassen, erklärte der zuständige Staatsanwalt in Aix en Provence, Bertrand Charpentier, auf Anfrage der APA.
Elsner halte sich nun wieder in seiner Villa in Mougin auf, er stehe unter Hausarrest, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch. Elsner-Anwalt Schubert rechnet nicht mit Aktionen der französischen Justiz während der nächsten zwei Wochen, auch in Frankreich gebe es Gerichtsferien.
Nun sei offenbar wieder eine Situation eingetreten, die bereits vor Elsners jüngstem Spitalaufenthalt gegeben war, sagte der Sprecher von Justizministerin Karin Gastinger, Christoph Pöchinger, zur APA. Elsner sei auch damals in Hausarrest gewesen, das heißt, er habe seine Villa nicht verlassen dürfen, sein Aufenthalt sei von französischen Sicherheitsbehörden kontrolliert worden. Die U-Haft werde derart durch Auflagen ersetzt.
"Der Ball liegt bei den Franzosen", erklärte Pöchinger. "Wir harren der Dinge". Die Lage sei aus Sicht der österreichischen Justiz "unbefriedigend", zum jetzigen Zeitpunkt sei aber nicht mehr möglich. Sowohl die Österreicher als auch die europäische Behörden hätten sehr rasch und sehr effizient gearbeitet. Nun seien von der französischen Justiz medizinische Gutachten zu berücksichtigen, dies liege außerhalb des österreichischen Einflussbereichs. Die österreichische Seite könne nur garantieren, dass für Elsner bei gesundheitlichen Problemen im Rahmen einer U-Haft gesorgt werde, entweder in einer medizinischen Abteilung eines Gefängnisses oder im Spital.
(apa)
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