AUA schreibt 120 Millionen Euro Verlust: Airline-Ergebnis fällt 2006 wieder tiefrot aus
- In zwei Jahren 250 Millionen in den Sand gesetzt
- Budgetplan sieht 2007 angeblich schwarze Zahlen vor
Das AUA-Jahresergbnis wird einmal mehr tiefrot ausfallen. Von rund 120 Mio. Euro Verlust ist dem Vernehmen nach in den AUA-internen Hochrechnungen die Rede. Damit liegt das Minus 2006 nur wenig unter dem von 2005, als die AUA 129,6 Mio. Euro Miese erwirtschaftete. Die AUA war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
AUA-Boss Ötsch nahm sich somit für das nächste Jahr viel vor. Der soeben im Aufsichtsrat diskutierte Budgetplan 2007 sieht nicht nur beim Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) schwarze Zahlen vor, sondern auch beim Nettoergebnis, berichtete "Die Presse". Das bedeute, dass die AUA im kommenden Jahr weit mehr als 120 Mio. Euro Ergebnisverbesserung schaffen müsse.
Binnen zwei Jahren habe die rotweißrote Fluglinie also 250 Mio. Euro in den Sand gesetzt - oder exakt 342.465 Euro pro Tag, so der Bericht. Zur Erinnerung: Zuletzt schrieb die AUA im Terrorjahr 2001 mit minus 166 Mio. Euro tiefrote Zahlen, dann gab es 2002, 2003 und 2004 Gewinne in Höhe in der Höhe von jeweils rund 40 Mio. Euro.
Die schweren Verluste in der Bilanz 2006, die auch ein klar negatives Betriebsergebnis (Ebit) ausweisen wird, stammt vor allem von Rückstellungen, die für den Personalabbau vorgenommen werden müssen. Die AUA beziffert den Aufwand mit 87 Mio. Euro. Wie berichtet hat Ötsch bei defizitären Langstrecken den Rotstift angesetzt, sechs Flugzeuge werden verkauft. Bis zu 1.000 Mitarbeitern wird mittels "Golden Handshake" der Abgang schmackhaft gemacht.
Der Plan ist bisher aber nur bei den Piloten voll aufgegangen während es sich bei den Flugbegleitern und dem kaufmännisch-technischen Personal spießt, so die "Presse". Piloten erhalten bis zu 500.000 Euro in bar, wenn sie das Unternehmen freiwillig verlassen. Insider glauben deshalb, dass der Restrukturierungsbedarf letztlich sogar noch höher ausfallen könnte, da die AUA die Anreize für Flugbegleiter und kaufmännisch-technische Mitarbeiter erhöhen werde müssen, um sie los zu werden.
"Rechnet man die hohen Rückstellungen heraus, sieht der Verlust nicht mehr so dramatisch aus", sagte Bernd Maurer von der Raiffeisen- Centrobank (RCB) zur "Presse". Es sei aber klar, dass Ötsch tabula rasa mache. Geholfen habe der AUA vor allem im zweiten Halbjahr der gesunkene Ölpreis, so Maurer. Nach einem Allzeithoch von 740 Dollar je Tonne kostet Kerosin nun rund 613 Dollar. Positiv zu Buche geschlagen habe sich laut Maurer auch die Passagier- und Umsatzentwicklung im traditionell schwachen vierten Quartal. Allein im November verzeichnete die AUA ein Passagierplus von sechs Prozent.
Die Restrukturierungen, die die AUA heuer schwer belasten, müssten sich ab Jahresmitte 2007 positiv niederschlagen, meint Mauer. "Die defizitären Strecken sind dann weg, ebenso das überzählige Personal." Sollte der Ölpreis zumindest auf dem jetzigen Niveau stagnieren, würde das der AUA, die gegen Ölpreis-Schwankungen nicht abgesichert ist, ebenfalls Schub geben. Wird Ötsch sein Ziel erreichen? "Schwarze Zahlen sind zu schaffen", sagt Mauer, obwohl er in seiner jüngsten Analyse für 2007 einen Nettoverlust von 15 Mio. Euro prognostiziert. (apa/red)
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